Ein Klumpen aus Dunkler Materie
Rainer Kayser und Redaktion
NASA, ESA, and T. Brown and J. Tumlinson (STScI)
Etwa 2600 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt befindet sich ein unsichtbares Objekt, millionenfach schwerer als die Sonne. Das zeigen präzise Messungen an 53 Pulsaren, schnell rotierenden Neutronensternen. Wahrscheinlich handele es sich dabei um einen sogenannten Subhalo, eine Verdichtung der Dunklen Materie, berichtet ein Forschungsteam im Fachblatt „Physical Review Letters“.
Materie, wie sie auf der Erde, aber auch in Sternen, Gaswolken und Galaxien sichtbar ist, macht nach heutigen Erkenntnissen nur einen kleinen Teil der Masse im Universum aus. Mit etwa 80 Prozent entfällt der viel größere Teil auf die unsichtbare Dunkle Materie, die sich nur über ihre Schwerkraft bemerkbar macht. Laut dem Standardmodell der Kosmologie hat sich die Dunkle Materie nach dem Urknall zunächst verdichtet – zu Subhalos, die miteinander verschmelzen und schließlich große Halos bilden. In diesen Halos hat sich dann, so das Modell, die normale Materie gesammelt und Galaxien gebildet. Laut Computersimulationen können kleine Subhalos sogar bis heute bestehen. Nachweisen ließen sie sich bisher allerdings nur in anderen Galaxien.
Millionenfach schwerer als die Sonne und doch unsichtbar
Das änderten nun Sukanya Chakrabarti von der University of Alabama und ihr Team. In den Daten von 53 Pulsaren zeigte sich anhand der regelmäßigen Radiowellen, die sie aussenden, dass sich auch ihre Rotation und Umlaufbahnen verändern. Laut den Forschenden weise das darauf hin, dass sich ein Objekt mit bis zu 25 Millionen Sonnenmassen in einer Entfernung von etwa 2600 Lichtjahren befindet. Dort, so begründet das Team weiter, gebe es keinerlei Hinweise auf dichte Gaswolken oder eine Ansammlung von Sternen. Damit komme nur eine Verdichtung der Dunklen Materie als Erklärung infrage. Durch ihre enorme Schwerkraft bewirke sie, dass Pulsare langsamer rotieren und sogar ihre Bahn ändern – ähnlich wie der Mond mit seiner Schwerkraft nicht nur für Ebbe und Flut sorgt, sondern langfristig auch die Erdrotation bremst.
Für die Zukunft schlagen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor, die Entdeckung beispielsweise mit Messungen von Sternbewegungen in der Region zu überprüfen und so weitere Informationen über die Dunkle Materie zu gewinnen.
Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/pulsare-ein-klumpen-aus-dunkler-materie/


