Kleine Saturnmonde locker gepackt

Rainer Kayser

Gesteinsbrocken im All zwischen zwei Saturnringen

NASA

Bislang kennen Forscher insgesamt 62 Monde des Planeten Saturn, von denen sieben ihre Bahn innerhalb des Ringsystems ziehen. Zwischen Dezember 2016 und April 2017 flog die Raumsonde Cassini mehrmals an fünf dieser Ringmonde vorbei. Die Beobachtungen und Messungen zeigen, dass die Monde Daphnis, Pan, Atlas, Pandora und Epimetheus eine geringe Dichte besitzen, also nur locker gepackt und porös sind. Wie die Wissenschaftler der Cassini-Mission nun im Fachblatt „Science“ berichten, sind die Ringmonde demnach hauptsächlich aus Materie der Saturnringe entstanden.

Kleine, unregelmäßig geformte Himmelskörper

Ringmonde

„Es gibt offensichtlich einen Zusammenhang zwischen den Ringen des Saturn, der Entstehung und der fortdauernden Existenz dieser Monde“, stellen Bonnie Buratti vom Jet Propulsion Laboratory der NASA und ihre Kollegen fest. Völlig unklar war aber bislang, ob sich weitere Ringe durch den Zerfall der Monde bilden – oder ob die Ringmonde aus einer lockeren Zusammenballung von Materie aus dem Ringsystem entstanden sind. Auf Basis der Beobachtungen der beiden Voyager-Sonden in den Jahren 1980 und 1981 hatten Forscher bislang das erste Szenario favorisiert.

Doch die neuen Messungen von Cassini deuten auf eine komplexere Entwicklungsgeschichte der Ringmonde hin. Denn die kleinen Monde besitzen nicht nur eine geringe Dichte, sondern auch eine äußerst poröse Oberfläche. Die Oberfläche scheint zudem stark durch zwei konkurrierende Prozesse beeinflusst zu werden: Einerseits durch den Zustrom von rötlicher Materie aus dem Hauptring – dabei könnte es sich um organische oder eisenhaltige Substanzen handeln. Andererseits durch die Ablagerung von Wassereis aus dem E-Ring. Dieser dünne äußere Saturnring bildet sich aus Wasserdampf, der von dem Mond Enceladus ausgestoßen wird.

Zwar sei das gesamte Ringsystem von Saturn vermutlich durch den Zerfall eines oder mehrerer größerer Monde entstanden, folgern Buratti und ihre Kollegen. Doch die kleinen Ringmonde bildeten sich wohl erst später durch eine Zusammenballung des lockeren Ringmaterials. Dabei könnten größere Bruchstücke der ursprünglichen Monde durchaus eine Verdichtung ausgelöst haben.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/news/2019/kleine-saturnmonde-locker-gepackt/