Flüsse schwemmen Mikroplastik ins Meer
tolgart/iStock
Jedes Jahr spülen die Flüsse der Erde rund 260 000 Tonnen Mikroplastik in die Meere. Das zeigt eine neue Studie auf der Grundlage weltweiter Messdaten des Jahres 2022. 96 Prozent dieser Menge transportieren Flüsse in Südamerika, Afrika, Ostasien und im Pazifikraum; ein knappes Drittel davon allein die Flüsse Südostasiens, obwohl ihr Einzugsgebiet nur drei Prozent der globalen Landfläche entspricht. Besonders während der tropischen Regenzeiten schwemmen die Wassermengen unzählige der kleinen Plastikteilchen in die Flüsse. Die Ursachen sehen die Forschenden im höheren Plastikverbrauch und der schlechteren Abfallverwertung in diesen Regionen – sowie in der dichten Besiedlung.
Dieser genaueste Einblick in die Haupttransportwege für Mikroplastik beruht auf 1386 Messungen. Die Daten wurden zwar mit unterschiedlichen Methoden erhoben – doch das Forschungsteam machte sie mithilfe einer Modellierung vergleichbar: So schwimmen in den Flüssen Südostasiens durchschnittlich etwa 2470 Partikel in der Größe zwischen einem Mikrometer und fünf Millimetern pro Kubikmeter, in europäischen Flüssen nur etwa ein Fünftel dieser Menge. Für die gesamte Menge an Mikroplastik ergab die Modellierung zwischen 163 000 und 334 000 Tonnen und ist damit noch relativ ungenau. Dennoch belegt die Studie bereits, dass neben einer Verringerung des Plastikverbrauchs vor allem das Abfallmanagement, insbesondere im globalen Süden, ausgebaut werden müsste.
Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2026/umweltverschmutzung-fluesse-schwemmen-mikroplastik-ins-meer/


