Mikroplastik erwärmt die Atmosphäre

Winzige Plastikpartikel schaden nicht nur der Gesundheit, sie absorbieren auch Sonnenlicht und wärmen die Atmosphäre etwas auf – mancherorts sogar besonders stark.

Jan Oliver Löfken

Eine Hand hält viele kleine und bunte Plastikpartikel. Im Hintergrund sieht man den Strand.

Sansert Sangsakawrat/iStock

Abermilliarden Partikel aus Mikroplastik schweben durch die Luft – und täglich atmen wir Zigtausende von ihnen ein. Darüber hinaus erwärmen sie die Atmosphäre, wie eine neue Studie zeigt. Denn die Plastikteilchen absorbieren einfallendes Sonnenlicht, wärmen erst sich und danach die umgebende Luft auf.

Diesen Effekt analysierte ein Forschungsteam im Labor genauer und beobachtete, dass sich dunklere Partikel stärker aufwärmten. Diese Labordaten koppelte es mit Modellen zur globalen Verteilung von Nano- und Mikroplastik in der Atmosphäre. Das Ergebnis: Die Plastikpartikel wirken wie kleine Heizungen mit einer Leistung von 0,039 Watt pro Quadratmeter. Mit 16,2 Prozent der Heizleistung von schwarzen Rußpartikeln ist das zwar weniger – doch nicht überall: Über den gigantischen Müllstrudeln in den Ozeanen ist der Effekt wegen der hohen Konzentration von Mikroplastik sogar fünfmal stärker als der von Ruß. Nun gilt es, Klimamodelle so zu verfeinern, dass sie diesen Effekt von Mikroplastik auf die Atmosphäre berücksichtigen.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2026/mikroplastik-mikroplastik-erwaermt-die-atmosphaere/