Wenn Erdbeben abrupt enden

Analysen vergangener Beben offenbaren, wie die Erschütterungen schneller als angenommen zum Erliegen kamen – der Grund liegt in Strukturen tief im Erdboden.

Jan Oliver Löfken

Abilgebildet ist eine Straße, die durch ein Erdbeben zerstört wurde. Die Fahrbahn ist durch längliche Risse zerstört.

yasharu/iStock

Erdbeben lassen sich trotz vieler Ansätze nicht vorhersagen und fordern immer wieder tausende Opfer. Nun fanden zwei Forscher jedoch ein ungewöhnliches Verhalten in der letzten Phase der Erschütterung: Bei der Analyse von zwölf sehr starken Beben zwischen 1992 und 2025 stellten sie fest, dass die Beben abrupt endeten und nicht wie bisher angenommen langsam abklangen. Dieser plötzliche Stopp ließ den Boden an der Oberfläche wie bei einem Peitschenschlag wieder zurückschnellen.

Die Ursache für dieses Verhalten fanden die Wissenschaftler mithilfe eines engmaschigen Netzwerks aus Sensoren an der Oberfläche, den Seismographen. Sie zeigen, wie sich der Boden bewegte: Während des Bebens verschob er sich an der Oberfläche erst parallel zu der Bruchzone im Untergrund, in der die Gesteinsmassen aneinander vorbeigleiten. In der Schlussphase der Erschütterung kehrte sich diese Richtung jedoch ruckartig um. Die Ursache: Eine Barriere in der Tiefe stoppte die kontinuierliche Ausbreitung des Bruches.

Dieser Richtungswechsel wirkt sich vor allem auf Brücken und langgestreckte Gebäude zerstörerisch aus. Doch die Ergebnisse tragen auch dazu bei, stabilere und erdbebensicherere Bauten zu planen.

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Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2026/seismologie-wenn-erdbeben-abrupt-enden/