El Niños werden stärker

Korallen im Galapagos-Archipel zeigen, wie intensiv das Klimaphänomen in den letzten tausend Jahren war – und was sich im 20. Jahrhundert veränderte.

Jan Oliver Löfken

Die Unterwasseraufnahme zeigt einen Felsen, der mit Korallen überwachsen ist mit einem Seestern im Vordergrund.

Fearless on Four Wheels/iStock

Seit einigen Jahrzehnten schwankt die Intensität von El Niños deutlich stärker als im gesamten Jahrtausend davor – vor allem, weil einige von ihnen besonders intensiv waren. Das zeigen Analysen von Korallen im Galapagos-Archipel. Der El Niño ist ein Klimaphänomen, bei dem sich das Meerwasser im zentralen und östlichen Pazifik alle zwei bis sieben Jahre erwärmt. Starkregen entlang der Westküste Südamerikas und Dürren in Australien oder Südostasien zählen zu den zahlreichen globalen Folgen.

Für die Studie haben Forschende die Elemente Strontium und Calcium sowie die Konzentration einer Sauerstoffvariante, des Isotops O-18, in Korallen vor den Galapagosinseln untersucht. Die Inselgruppe liegt etwa 1000 Kilometer westlich des südamerikanischen Festlands im Pazifik – genau dort, wo während eines El Niño die Oberflächentemperaturen des Meerwassers stark ansteigen. Aus den Analysen schloss das Team auf die Temperaturschwankungen in den Korallen in den vergangenen 1000 Jahren: Zwischen den Jahren 1000 und 1850 schwankte die Temperatur von Jahr zu Jahr nur wenig und gleichmäßig. Im 20. Jahrhundert nahmen die Schwankungen jedoch zu und liegen seit den frühen 1980er-Jahren um 36,5 Prozent höher als die vorindustriellen Werte. Auch der für dieses Jahr erwartete besonders starke El Niño fügt sich in diese Entwicklung ein.

In ihrer Studie erkennen die Forschenden einen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen der der Erderwärmung und der Intensität des El Niños. Doch wegen der großen Komplexität des Klimaphänomens braucht es für einen klaren Beweis noch weitere Daten.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2026/klima-el-ninos-werden-staerker/