Atmosphäre um Supererde in habitabler Zone

Ausströmendes Helium verrät eine Atmosphäre um LHS 1140b – einen großen Gesteinsplaneten, auf dem flüssiges Wasser möglich ist.

Redaktion

Oben links leuchtet ein kleiner, sehr heller Stern, vor dem sich ein kleinerer Himmelskörper als dunkle Silhouette abzeichnet. Rechts im Bild ist ein großer Planet abgebildet, um den eine ausgedehnte Hülle liegt, die auf eine Atmosphäre hindeutet.

Melissa Weiss/CfA

Eine Atmosphäre umgibt LHS 1140b, einen großen Gesteinsplaneten am kühlen Rand der habitablen Zone – also dem Bereich um seinen Stern, in dem es weder zu warm noch zu kalt für flüssiges Wasser ist. Aus der äußeren Atmosphärenschicht dieser Supererde strömt unregelmäßig Helium ins Weltall. Der Planet ist 1,7-mal so groß wie die Erde und damit der bisher kleinste Planet mit gemäßigten Temperaturen, bei dem eine Atmosphäre nachgewiesen ist.

Beim Schwesterplaneten LHS 1140c fand sich indes keine Spur einer Atmosphäre. Während LHS 1140b von seinem Stern weniger als die Hälfte der hiesigen Sonnenstrahlung empfängt, kreist LHS 1140c so nah am Stern, dass die Strahlung etwa fünfmal so hoch ist wie hier. Irgendwo dazwischen verläuft also die „kosmische Küstenlinie", an der sich entscheidet, ob ein Planet eine Atmosphäre halten kann oder diese von der Strahlung des Sterns vollständig weggeblasen wird. Damit gibt es erstmals Messdaten zu dieser theoretisch vorhergesagten Grenze.

Die Forschenden beobachteten den Planeten zweimal, während er vor seinem Stern vorbeizog. Beim zweiten Mal fanden sie kein ausströmendes Helium. Nachdem sie andere Heliumquellen ausschließen konnten, schlussfolgerten sie, dass der Planet seine Atmosphäre nur unregelmäßig verliert. In Zukunft könnte solch ausströmendes Gas noch weitere Atmosphären enthüllen. Und auch LHS 1140b wollen die Forschenden weiter beobachten – um herauszufinden, wie genau die Atmosphäre zusammengesetzt ist und ob sich darunter Ozeane verbergen.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/exoplaneten-atmosphaere-um-supererde-in-habitabler-zone/