Planet mit außergewöhnlicher Bewölkung
Rainer Kayser und Redaktion
Hannah Robbins/Johns Hopkins University
Die Atmosphären von sogenannten „heißen Jupitern“ – großen Gasplaneten, die eng um einen Stern kreisen – sind komplexer als bislang angenommen. Das zeigen Beobachtungen des 690 Lichtjahre von uns entfernten Planeten WASP-94Ab. Auf seiner kühlen Nachtseite bilden sich demnach Wolken aus Magnesiumsilikat, die sich auf der heißen Tagseite wieder auflösen.
Das James-Webb-Weltraumteleskop hat WASP-94Ab beobachtet, als er am 11. Oktober 2024 von der Erde aus gesehen vor seinem Stern vorüberzog. Der Exoplanet, also ein Planet, der einen anderen Stern als die Sonne umkreist, zieht seine Runden alle vier Tage in einem Abstand von nur acht Millionen Kilometern zu seinem Stern WASP-94A. Zum Vergleich: Die Erde ist 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Außerdem weist der Exoplanet seinem Stern immer die gleiche Seite zu. Deshalb ist es auf seiner Tagseite, also der dem Stern zugewandten Seite, mit einer Temperatur von 1600 Grad Celsius rund 450 Grad heißer als auf der Nachtseite. Dadurch kondensiert das Magnesiumsilikat in der Atmosphäre auf der Nachtseite und bildet dort Wolken. Mit Geschwindigkeiten von mehreren tausend Kilometern pro Stunde treiben schnelle Winde die Wolken dann zur Tagseite, wo sie sich in der Hitze wieder auflösen.
Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/exoplaneten-planet-mit-aussergewoehnlicher-bewoelkung/


