Wie Aminosäuren im Sonnensystem entstanden
Rainer Kayser und Redaktion
NASA/Goddard
Kometen, Asteroiden und Meteoriten enthalten organische Stoffe wie etwa Aminosäuren, die bereits im jungen Sonnensystem entstanden sind – wie genau, ist bislang jedoch umstritten. Nun zeigen Materialproben eines Meteoriten und eines Asteroiden, dass die Aminosäuren aus dem All auf diesen Himmelskörpern offenbar auf unterschiedliche Art und Weise entstanden sind.
In Proben aus dem All haben Allison Baczynski von der Pennsylvania State University und ihr Team mehrere Grundbausteine des Lebens untersucht, darunter die Aminosäure Glycin. Eine der Proben hat die Raumsonde OSIRIS‑REx im Jahr 2020 auf dem Asteroiden Bennu eingesammelt und 2023 zur Erde gebracht; die andere stammt vom Murchison‑Meteoriten, der im Jahr 1969 in Australien aufgetroffen ist. Aus den vorhandenen Atomvarianten in den Proben – Isotope genannt – schlossen die Forschenden, dass die organischen Stoffe auf Bennu ihren Ursprung hauptsächlich in Wassereis im frühen Sonnensystem hatten. Bei dem Murchison-Meteoriten deuten die Daten dagegen auf eine Entstehung in flüssigem Wasser in einer Vorstufe eines Planeten hin. Das zeige, so Baczynski und ihr Team, wie wichtig Analysen von Isotopen sind, um dem Ursprung der Aminosäuren auf die Spur zu kommen.
Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/biomolekuele-wie-aminosaeuren-im-sonnensystem-entstanden/


