Bausteine des Gencodes in Asteroidenprobe entdeckt

Alle fünf Nukleobasen, die für die genetische Information in DNA und RNA verantwortlich sind, wurden in Asteroidenmaterial gefunden – ein Hinweis auf ihre Herkunft?

Rainer Kayser und Redaktion

Eine satellitenartige Raumsonde vor einem großen Gesteinskörper mit felsiger Oberfläche im All

JAXA

Die Gesteinsproben des Asteroiden Ryugu enthalten alle fünf Nukleobasen unseres Erbguts. Das zeigen neue Untersuchungen von Probenmaterial, das die japanische Raumsonde Hayabusa-2 im Jahr 2019 auf dem Asteroiden eingesammelt und 2020 zur Erde gebracht hat. Bei den Proben handelt es sich – im Gegensatz etwa zu auf der Erde gefundenen Meteoriten – um unverfälschtes Material aus der Frühzeit des Sonnensystems.

Nukleobasen sind zentrale Bestandteile des Erbguts und tragen die genetische Information allen Lebens. In der DNA gibt es vier davon: Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin. Die RNA enthält statt Thymin eine andere Nukleobase namens Uracil. Wie das Team um Toshiki Koga von der japanischen Agentur für Meeres- und Erdwissenschaften und Technologie jetzt berichtet, enthält das Gestein von Ryugu alle fünf Nukleobasen.

Das ist zwar nicht der erste Nachweis von Nukleobasen in Materie aus dem Weltall. Doch andere Funde wurden noch nicht abschließend belegt oder könnten – etwa beim im Jahr 1969 auf die Erde gefallenen Murchison-Meteoriten – nach dem Fall verunreinigt worden sein. Der aktuelle Fund ist daher ein bedeutender Hinweis darauf, dass entscheidende Bausteine für das Leben bereits im Weltall entstanden und durch Meteoriten zur Erde gelangt sind.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/asteroid-ryugu-bausteine-des-gen-codes-in-asteroidenprobe-entdeckt/