Datenspeicher aus Glas

Dünne Glasscheiben, die sich mit Laser beschreiben lassen, könnten Magnetbänder in Langzeitarchiven ersetzen – mit einer Haltbarkeit von etwa 10 000 Jahren.

Jan Oliver Löfken

Glasscheibe, in derem Inneren sich sieben vertikal ausgerichtete, blaue Streifen befinden

Microsoft Research

Expertinnen und Experten schätzen, dass allein dieses Jahr weltweit 200 Milliarden Terabyte an Daten gesichert werden. In großen Datenspeichern werden dafür bisher Magnetbänder genutzt. Doch da sie bestenfalls einige Jahrzehnte stabil bleiben, müssen die Daten regelmäßig auf neue Magnetbänder kopiert werden. Als langlebigere Alternative locken Datenspeicher aus dünnen Glasscheiben, die Forschende nun mithilfe von Laserlicht entwickelt haben. Der erste Prototyp ist nicht nur gegen Licht, Magnetfelder und viele Chemikalien resistent, sondern seine prognostizierte Haltbarkeit beträgt etwa 10 000 Jahre.

Am Microsoft-Forschungszentrum in Cambridge griffen die Entwicklerinnen und Entwickler für ihren Prototyp auf dünne Glasscheiben aus Quarz von der Größe eines Bierdeckels zurück. Mit extrem kurzen und intensiven Pulsen eines Femtosekundenlasers veränderten sie die Struktur im Glas und erzeugten winzige, räumliche Datenpunkte – sogenannte Voxel. Mithilfe der Intensität und Polarisierung der Laserpulse ließen sich digitale Nullen und Einsen in die Glasscheibe einschreiben und so insgesamt fast fünf Terabyte an Daten abspeichern. Ausgelesen wurden die Daten wiederum mit LEDs und hochauflösenden Mikroskopen. Bevor die Glasspeicher in Langzeitarchiven eingesetzt werden können, soll die Schreibrate von 25 Megabit pro Sekunde allerdings noch deutlich gesteigert werden.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/technik/nachrichten/2026/datenspeicherung-datenspeicher-aus-glas/