Physiknobelpreis 2017

Franziska Konitzer

Gravitationswellen, die während der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher abgestrahlt werden.

S. Ossokine, A. Buonanno (Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik)/Simulating eXtreme Spacetimes Projekt/W. Benger (Airborne Hydro Mapping GmbH)

In diesem Spezial zum Nobelpreis für Physik erklärt Karsten Danzmann vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover, warum die Entdeckung von Gravitationswellen schon bald Routine sein wird und welche Möglichkeiten das neue Feld der Gravitationswellenastronomie bietet.

Am 14. September 2015 empfingen die beiden Advanced-LIGO-Detektoren in den US-Bundestaaten Washington und Lousiana erstmals eine Gravitationswelle. Das Signal ging von zwei Schwarzen Löchern aus, die 1,3 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt miteinander verschmolzen. Ein großer Moment – nicht nur für die vielen Tausend Wissenschaftler, die teils seit Jahrzehnten an dem direkten Nachweis von Gravitationswellen arbeiten. Einer von ihnen ist Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover.

„Ich bin seit über einem Vierteljahrhundert dabei. Und natürlich ist das für mich die größte Sache seit der Entdeckung des Scheibenbrots. Andere mögen das anders beurteilen. Aber ein tolles Ding war es schon.“

Das fand auch das Nobelkommitee in Schweden. Es verlieh Kip Thorne, Rainer Weiss und Barry Barish den Nobelpreis für Physik 2017 – „für entscheidende Beiträge zum LIGO-Detektor und die Beobachtung von Gravitationswellen“. Während sich Kip Thorne vom California Institute of Technology vor allem der Theorie und Analyse der Gravitationswellen widmete, arbeitete Rainer Weiss vom Massachusetts Institute of Technology ein Konzept für einen Gravitationswellendetektor aus. Thorne, Weiss und der inzwischen verstorbene Ronald Drever von der University of Glasgow riefen das LIGO-Projekt 1984 ins Leben. Barry Barish vom California Institute of Technology leitete das Projekt ab 1994, von 1997 bis 2005 war er dessen Direktor. Die drei Nobelpreisträger legten damit die Grundlage für den direkten Nachweis von Gravitationswellen. Mehr dazu in der 251. Folge unseres Podcasts.


Folge 251 – Physiknobelpreis 2017

Spezial: Karsten Danzmann vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover über den direkten Nachweis von Gravitationswellen, den diesjährigen Nobelpreis für Physik und den Beginn einer neuen Ära der Astronomie

Quelle: https://www.weltderphysik.de/mediathek/podcast/physiknobelpreis-2017/