Windrad im Rostocker Hafen (BMU)

Energie aus Windkraft

Windenergie und Biomasse waren im Jahr 2016 mit knapp zwölf und sieben Prozent die beiden Hauptquellen für den Beitrag der erneuerbaren Energien zur Bruttostromerzeugung in Deutschland, gefolgt von Photovoltaik mit 5,9 Prozent und Wasserkraft mit 4,1 Prozent. In den letzten Jahrzehnten gelangen Ingenieuren enorme Fortschritte beim Bau von Windkraftanlagen.

Inzwischen ist die Leistung von einzelnen Windkraftwerken an Land auf bis zu sechs Megawatt angestiegen. Der Bruttozubau an installierter Leistung von Anlagen an Land und vor der Küste betrug im Jahr 2016 nach Angaben des Deutschen Windenergie-Instituts 4957 Megawatt verteilt auf 1566 neue Windanlagen, was einem Durchschnitt von 3,2 MW pro Anlage entsprach. Der durchschnittliche Rotordurchmesser wuchs von 105 auf 109 Meter an, wobei die durchschnittliche Nabenhöhe von 125 auf 128 Meter anstieg, mit Extremwerten von durchschnittlich 149 Metern bei Anlagen in Bremen und nur 99 Metern bei Anlagen in Schleswig-Holstein. Am Ende des Jahres 2016 waren in Deutschland insgesamt 27 270 Windkraftwerke an Land installiert.

Für die Windnutzung an Land beträgt nach Abschätzung des Umweltbundesamtes vom Juni 2013 das theoretische Potenzial für die installierbare Leistung mehr als ein Terawatt mit einem jährlichen Ertrag von 2900 Terawattstunden. Dazu würde eine Fläche von 49 400 Quadratkilometern benötigt, was fast 14 Prozent der Landfläche Deutschlands entspricht. Bei Berücksichtigung realistischer technischer Möglichkeiten sowie ökologischer und wirtschaftlicher Randbedingungen reduziert sich das Potenzial jedoch auf eine installierbare Leistung von 930 Gigawatt und einen potenziellen Ertrag von 2400 Terawattstunden pro Jahr. Zum Vergleich: 2016 betrug die installierte Leistung an Land insgesamt 45 911 Gigawatt, wobei 27 270 Anlagen eine elektrische Energie von 65 Terawattstunden erzeugten.

Ein weiteres großes Potenzial für die Stromversorgung liegt in den Offshore-Windparks der Nord- und Ostsee. Hier wurden bis Ende 2016 insgesamt 947 Anlagen mit 4108 Gigawatt Leistung installiert, die an das Stromnetz angekoppelt waren und 12,4 Terawattstunden an elektrischem Strom produzierten. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wird das Gesamtpotenzial der Offshore-Windnutzung auf eine Leistung von 35 Gigawatt geschätzt.