Warum sich Sterne plötzlich schneller drehen

Sterne drehen sich mit zunehmendem Alter doch nicht immer langsamer – die Ursache sind zusammenwirkende Magnetfelder und auf- und absteigende Gase.

Rainer Kayser und Redaktion

Heller Himmelskörper im All

Digitized Sky Survey (DSS), STScI/AURA, Palomar/Caltech, und UKSTU/AAO

Wie schnell sich Sterne drehen, hängt entscheidend von auf- und absteigenden Gasen im Inneren von Sternen und Magnetfeldern ab. Das zeigen Computersimulationen der späten Entwicklung massereicher Sterne. Das kann nicht nur dazu führen, dass Sterne langsamer rotieren, sondern anders als man bisher dachte auch schneller.

Eigentlich drehen sich Sterne im Laufe ihrer Existenz immer langsamer, bis sie schließlich nur ein Tausendstel ihrer ursprünglichen Drehgeschwindigkeit haben. An der Oberfläche des Sterns strömen dabei Gase ab – Sternwind genannt. Beobachtungen hatten bereits gezeigt, dass diese Erklärung jedoch nicht ausreicht. Deshalb haben Forschende in einem Stern mit der 16-fachen Sonnenmasse Bereiche, in denen Gas auf- und absteigt, simuliert. Diese Computersimulationen zeigen, wie Vorgänge im Inneren eines Sterns ihn teils sogar wieder schneller rotieren lassen. Das kann die letzte Phase der Sternentwicklung – wenn aus Sternen Neutronensterne oder Schwarze Löcher entstehen – stark beeinflussen. Nun will das Forschungsteam auch leichtere und schwere Sterne simulieren und so besser verstehen, wie sich die Rotation von Sternen verändert.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/warum-sterne-schneller-drehen/