Überrest einer Doppelsternexplosion

Leuchtende Gaswolken zeigen: Die beiden Sterne eines Doppelsystems sind nacheinander als Supernova explodiert.

Rainer Kayser und Redaktion

Leuchtende Sterne im All mit einem runden Nebel, umgeben von verschieden farbigen Schleiern.

NASA Goddard Space Flight Center and M. Michailidis et al. 2026

Rund 6000 Lichtjahre von der Erde entfernt haben sich vor Jahrtausenden gleich zwei Sternexplosionen ereignet. Das zeigen Beobachtungen leuchtender Gaswolken an der Explosionsstelle mit dem Weltraumteleskop Fermi. Offenbar sind hier beide Sterne eines Doppelsystems am Ende ihrer Entwicklung nacheinander zur Supernova geworden. Es ist der erste Nachweis der Supernovaüberreste von zwei Sternen eines Doppelsterns.

Als Supernovaüberrest bezeichnen Fachleute eine sich im Weltall ausbreitende leuchtende Gaswolke aus dem Sternmaterial, das ein Stern bei einer Supernovaexplosion ausstößt. Der bislang am intensivsten untersuchte Vertreter dieser Art in der Milchstraße ist der Quallennebel IC 443. In den 1990er-Jahren stieß der Röntgensatellit ROSAT an der gleichen Stelle am Himmel auf einen weiteren Überrest einer Sternexplosion, der die Katalognummer G189.6+3.3 erhielt. Wie die neuen Beobachtungen nun zeigen, ist dies keine zufällige Übereinstimmung.

Die Gaswolken der beiden Supernovaüberreste durchdringen und beeinflussen sich gegenseitig. Sie sind also gleich weit von der Erde entfernt. Die beiden explodierten Sterne bildeten somit ein Doppelsystem, dessen Sterne zwischen 20 000 und 100 000 Jahren nacheinander explodiert sind. Das System aus zwei Supernovaüberresten bietet nun erstmalig die Möglichkeit, die frühe Phase nach der Explosion beider Sterne in einem Doppelsystem genau zu untersuchen.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/supernovae-ueberrest-einer-doppelstern-explosion/