Ein Schwarzloch-Stern leuchtet rot
Rainer Kayser und Redaktion
Jose-Luis Olivares, MIT
Beobachtungen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop liefern die bislang überzeugendsten Hinweise auf sogenannte Schwarzloch-Sterne – ein bislang nur theoretisch vorhergesagtes Phänomen. Diese besonderen Schwarzen Löcher sind von einer dichten Hülle aus Gas umgeben. Die Strahlung des Schwarzen Lochs spaltet die Atome der Gashülle in Ionen und Elektronen auf, woraufhin sie wie ein Stern leuchtet. Gemäß theoretischer Vorhersagen entspricht diese Strahlung der eines „Little Red Dots“, also eines kleinen rot leuchtenden Punkts im All, der 660 Millionen Jahre nach dem Urknall aufleuchtete.
„Little Red Dots“ sind eine neue, immer noch rätselhafte Art von Himmelsobjekten. Bisher, so nahm man an, könnte es sich um Schwarze Löcher handeln, die in dichte Staubwolken eingehüllt sind und deshalb rot erscheinen. Eine genaue Untersuchung der Objekte ist jedoch schwierig, da sie sich inmitten von Galaxien befinden. Nicht so MoM-BH*-1: Da es keine störende Strahlung um das Objekt gibt, ist ein klarer Blick möglich. Wie er zeigt, leuchtet MoM-BH*-1 wie ein Stern, nur 100 milliardenfach heller.
Nicht Staub, sondern Gas verursacht das rote Leuchten
Im Zentrum des entdeckten Schwarzloch-Sterns ist ein Schwarzes Loch, 100 000-mal schwerer als die Sonne. Aus einer dichten Gashülle, so groß wie unser Sonnensystem, strömt Materie in das Schwarze Loch. Und es ist die Gashülle, die das Licht rot färbt, und nicht, wie bislang angenommen, Staub. Schwarzloch-Sterne könnten damit die Lösung für das Rätsel um die „Little Red Dots“ sein. Sie könnten außerdem erklären, wie Schwarze Löcher nach dem Urknall schnell anwachsen konnten.
Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/little-red-dots-schwarzloch-stern-leuchtet-rot/


