Zucker im Weltall

Erstmals wurde Zucker in einer interstellaren Gaswolke – jenseits von Meteoriten und Asteroiden – nachgewiesen.

Rainer Kayser und Redaktion

Parabolantenne bei Nacht, am Himmel ist geradezu leuchtend die Milchstraße zu sehen

Antonio Solano/iStock

In einer fernen Gaswolke namens G+0.693-0.027 haben Astronominnen und Astronomen Zucker entdeckt. Genauer gesagt: Erythrulosemoleküle, bestehend aus vier Kohlenstoff-, acht Wasserstoff- und vier Sauerstoffatomen. Es ist der erste Nachweis von Zucker im Weltall. Bisher ließ sich Zucker nur auf Asteroiden und Meteoriten nachweisen. Mit zwei Radioteleskopen in Spanien hat das Team das Molekül 450 Lichtjahre vom Zentrum unserer Galaxie aufgespürt. Zum Vergleich: Die Erde befindet sich rund 26 000 Lichtjahre von dort entfernt.

Zucker wie Erythrulose oder auch Glukose und Ribose spielen eine wichtige Rolle für das Leben, etwa um das genetische Material zu bilden oder Lebewesen mit Energie zu beliefern. Experimente zeigen jedoch, dass die Moleküle im Frühstadium unseres Planeten nur schwer entstehen konnten. Die neue Entdeckung im interstellaren Raum – also jenseits von Sternen und Planetensystemen – zeigt aber, dass sich Zucker schon vor Sternen und Planeten in Gaswolken bilden kann. Vermutlich entstehen die Zuckermoleküle dort in langsamen chemischen Reaktionen auf eisüberzogenen Staubkörnchen.

Die Entdeckung stärkt die Hypothese, viele lebenswichtige Moleküle seien bereits im Weltall entstanden und von dort auf die Erde gelangt. Weitere Beobachtungen sollen nun klären, ob aus den einfachen Zuckermolekülen auf den Staubpartikeln auch komplexere Zucker entstehen.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/interstellarer-raum-suesses-im-weltall/