Wie kommt Saharastaub nach Deutschland?

Wenn feine Staubpartikel aus den Wüstenlandschaften in Nordafrika nach Europa gelangen, haben sie sich einfach treiben lassen – durch Luftströmungen.

Anne-Dorette Ziems

Weite Wüstenlandschaft mit sanft geschwungenen, goldgelben Sanddünen. Im Vordergrund zeigt der Sand feine, wellenartige Muster; lange Schatten betonen die Formen. Der Himmel ist hell und nahezu wolkenlos.

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Um die zehnmal pro Jahr gelangt Saharastaub bis nach Deutschland – und das, obwohl die Wüste mehrere Tausend Kilometer von uns entfernt ist. In extremen Fällen kann der Himmel sogar gelblich wirken. Beobachten lässt sich das Phänomen vor allem im Frühjahr.

In der Sahara gibt es häufig Sandstürme, bei denen Staub aufgewirbelt und dann mehrere Kilometer hoch in die oberen Luftschichten getragen wird. Dort können Luftströmungen die feinen Partikel mit sich tragen und so in ferne Regionen transportieren. Wenn beispielsweise ein Tiefdruckgebiet über Westeuropa und ein Hochdruckgebiet über Nordafrika liegt, strömt warme Luft aus Nordafrika über das Mittelmeer, Spanien oder Italien bis nach Deutschland – und befördert den Saharastaub so zu uns.

Saharastaub gelangt übrigens nicht nur nach Europa, sondern verteilt sich weltweit. Ein Beispiel ist das Amazonasgebiet: Jedes Jahr erreichen mehrere zehn Millionen Tonnen Saharastaub diese Region in Südamerika. Für den Regenwald ist das übrigens ein Glücksfall, denn mit seinen Phosphaten, Sulfaten und Eisenoxiden wirkt der Saharastaub wie ein Dünger.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/kurz-erklaert-wie-kommt-saharastaub-nach-deutschland/