Uranreserven der Welt

Bei den Uranressourcen unterscheidet man zwischen sicher gewinnbaren Reserven, die mit Kosten von bis zu 80 Dollar pro Kilogramm abgebaut werden können, und solchen mit Gewinnungskosten von bis zu 130 Dollar pro Kilogramm.

Experten geben neben diesen Hauptquellen als dritte Kategorie noch die der sogenannten spekulativen Ressourcen an. Hinzu kommt Uran aus Lagerbeständen und vor allem aus alten Kernwaffenbeständen. Bei letzterem handelt es sich fast ausschließlich um angereichertes Uran. Dieses Material verfügt über einen höheren Anteil an dem Isotop Uran-235 als natürlich vorkommendes Uran.

Dieses Isotop ist für die Urannutzung zur Energieerzeugung mit den gegenwärtigen Kernreaktoren entscheidend. Es enthält 235 Kernbausteine, sogenannte Nukleonen, die sich aus 92 Protonen und 143 Neutronen zusammensetzen. In der Natur kommt Uran-235 nur mit einem Anteil von 0,7 Prozent vor. Den Hauptteil mit 99 Prozent stellt das Isotop U-238 mit 146 Neutronen.

Das Säulendiagramm zeigt die Länder der größten Uranreserven.Zahlen zum Uranvorkommen
Bilderstrecke: Zahlen zum Uranvorkommen

Ein sehr großes Potenzial besteht darüber hinaus in der Gewinnung von Uran aus Meerwasser, was als technische Möglichkeit bereits mehrfach nachgewiesen wurde. Gegenwärtig schätzt man die Uranmenge im Meerwasser auf mehrere Milliarden Tonnen.

Der Energiewert einer Tonne Uran liegt zwischen 0,4 und 0,7 Petajoule und ist abhängig vom genutzten Reaktortyp und der Art des verwendeten Brennstoffkreislaufs.

Zur Einschätzung des Potenzials der Reserven und der Ressourcen von Uran ist anzumerken, dass in den gegenwärtigen Reaktoren nur Uran-235 genutzt wird, was ein knappes Prozent des Natururans ausmacht. Das bei der Spaltung von U-235 im Reaktor erzeugte Plutonium kann wieder aufgearbeitet und zur weiteren Energieerzeugung genutzt werden oder es wird direkt in ein Endlager für radioaktive Stoffe überführt. Eine weitaus effektivere Nutzung des Urans bietet die Technik der sogenannten Schnellen Brüter, da mit ihnen auch die restlichen 99 Prozent Kernenergie des Isotops Uran-238 für die Energiegewinnung genutzt werden können. Damit würde sich das Potenzial des Natururans für die Energieerzeugung um etwa einen Faktor 60 oder mehr vergrößern.