Ringe um einen Asteroiden verändern sich

Beobachtungen mit dem James-Webb-Teleskop zeigen überraschend schnelle Veränderungen um Chariklo, einen kleinen Himmelskörper im äußeren Sonnensystem.

Rainer Kayser und Redaktion

Runder, felsiger Himmelskörper, der von einem Ring umspannt wird

L. Maquet, Observatoire de Paris

Der Asteroid Chariklo, der weit draußen im Sonnensystem seine Bahnen zieht, besitzt zwei dünne Ringe aus Eis und Staub. Wie Beobachtungen mit dem James-Webb-Teleskop jetzt zeigen, haben sich diese Ringe innerhalb weniger Jahre stark verändert. Während der innere Ring durch zusätzliche Materie dichter wurde, scheint der äußere Ring Materie zu verlieren und durchsichtiger zu werden – eine Überraschung, denn bislang ging man davon aus, dass Ringe um Himmelskörper über lange Zeiträume stabil sind.

Chariklo ist nur 250 Kilometer groß und kreist zwischen den Planeten Jupiter und Uranus um die Sonne. Er ist der erste kleine Himmelskörper im Sonnensystem, bei dem Ringe entdeckt wurden, wie man sie sonst vor allem von großen Planeten wie Saturn kennt. Die Ringe sind allerdings selbst mit großen Teleskopen nicht direkt sichtbar. Stattdessen verraten sie sich nur dadurch, dass sie das Licht von Sternen abschwächen, vor denen Chariklo vorüberzieht. Eine solche Sternbedeckung führte am 3. Juni 2013 zur Entdeckung der beiden nur wenige Kilometer breiten Ringe. Wie Beobachtungen von zwölf weiteren Sternbedeckungen in den Jahren 2014 bis 2016 zeigen, sind die Ringe kreisrund und besitzen scharfe Kanten.

Am 18. Oktober 2022 beobachteten Forschende dann erstmals mit dem James-Webb-Weltraumteleskop, wie Chariklo einen Stern verdeckte – mit dem überraschenden Ergebnis, dass sich die Ringe zwischen den neuen Beobachtungen und denen wenige Jahre zuvor stark verändert haben. Woran das liegt, gilt es allerdings noch zu klären.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2026/sonnensystem-ringe-um-einen-asteroiden-veraendern-sich/