Das Innere von Mars

Neue Analysen von Daten der InSight-Mission zeigen, dass der Marsmantel womöglich ganz anders aussieht als bisher angenommen.

Anne-Dorette Ziems

Ein Feuerball schlägt auf einem brennenden Planeten ein

NASA/JPL-Caltech

Wie es im Inneren unseres Planeten aussieht, lässt sich durch die Analyse von Erdbeben herausfinden. Nur logisch, dass wir mithilfe von Marsbeben auch das Innere des Planeten Mars erforschen können. In den Daten einer alten NASA-Mission hat eine Forschungsgruppe jetzt eine neue Entdeckung gemacht: Wie die Forscherinnen und Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten, gibt es im Marsmantel große Unregelmäßigkeiten.

Der Mars entstand – genau wie die Erde – vor ungefähr 4,5 Milliarden Jahren. Beide Planeten bestehen in ihrem Inneren aus verschiedenen Schichten: einem Kern im Zentrum, einem umliegenden Mantel und einer äußeren Kruste. Doch während sich die äußeren Schichten der Erde bis heute durch seismische Aktivitäten immer wieder erneuern, hat sich der Mars seit geraumer Zeit nicht stark geändert. Sein Inneres ist somit eine Art geologische Zeitkapsel.

Die innere Beschaffenheit des Mars untersuchen Forschende zum Beispiel mithilfe von Daten der InSight-Mission der NASA. Zwischen den Jahren 2018 und 2022 zeichnete die Marssonde unter anderem Marsbeben mithilfe eines Seismometers auf. Nun sind Constantinos Charalambous vom Imperial College in London und sein Team in den Daten auf Unregelmäßigkeiten gestoßen.

Fragmente aus der Entstehungsphase

Ein Selfie vom Mars-Lander Insight auf dem Mars. InSight hat links und rechts zwei fast runde Solarpanele und steht auf dem rötlichen Marsboden.

InSight auf dem Mars

Die Forschenden ziehen aus ihren neuen Beobachtungen den Schluss, dass der Marsmantel doch nicht so glatt und gleichmäßig ist wie bisher angenommen. Stattdessen enthalte er alte Fragmente – mit einer Breite von bis zu vier Kilometern. Den Ursprung dieser Fragmente vermuten Charalambous und sein Team in der Entstehungsphase von Mars. In dieser Zeit wurde der Planet nämlich von Meteoriten – teilweise planetengroß – bombardiert. Diese Einschläge hätten genug Energie, um Magmaozeane auf der Marsoberfläche entstehen zu lassen.

Als der Mars schließlich langsam abkühlte, wurden vermutlich Trümmerteile aus diesen Einschlägen im Inneren des Mars eingeschlossen. Laut Charalambous sei das größtenteils innerhalb der ersten 100 Millionen Jahre des Mars passiert. Die Tatsache, dass wir diese Spuren heute noch sehen, halten die Forschenden für einen weiteren Beleg dafür, wie langsam sich das Innere des Mars seitdem verändert hat.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/nachrichten/2025/planeten-des-sonnensystems-das-innere-von-mars/