Das Flimmern der Nacht

Die Lichtverschmutzung nimmt zwar weltweit weiterhin zu, doch in manchen Regionen werden die Nächte auch wieder dunkler.

Jan Oliver Löfken

Ein Blick vom All auf die Erde: Man sieht die Kontinente Afrika, Asien und Europa im Dunklen. Lichtpunkte zeigen künstliche Beleuchtung - an einigen Ballungszentren gibt es sehr viele, anderen Orten wenige bis keine.

Michala Garrison/NASA Earth Observatory

Straßenbeleuchtung, Werbetafeln, Industrieanlagen: In rund einem Drittel der besiedelten Regionen weltweit wurde es zwischen den Jahren 2014 und 2022 heller. Doch zugleich wurde auf einem Fünftel der Landfläche zwischen den Polarregionen immer weniger Licht ins All abgestrahlt und Schwankungen des nächtlichen Kunstlichts nahmen insgesamt zu. Das ergab eine Analyse von 1,16 Millionen Satellitenbildern.

Mehr Lichtverschmutzung gibt es etwa in der chinesischen Metropolregion Guangzhou und rund um wachsende Drachenfruchtplantagen in Vietnam. Weniger nächtliches Kunstlicht strahlten Konfliktregionen im Nahen Osten und in der Ukraine ab sowie in Venezuela. In Europa wirkt sich zudem die Umstellung auf LED-Straßenleuchten aus, deren Licht nur nach unten strahlt.

Diese Veränderungen hängen nicht nur mit der Stadtentwicklung und Energiewende zusammen, sie beeinflussen auch das Ökosystem. Denn Lichtreize können verändern, wie sich Tiere und Pflanzen bewegen, fortpflanzen oder wann sie Nahrung suchen. Die neue Analyse liefert damit wichtige Daten zum Einfluss von Infrastruktur, Krisen und Konflikten auf die Lichtverschmutzung und ermöglicht, die Rückkehr zu einer dunkleren Nacht gezielter zu planen.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2026/lichtverschmutzung-das-flimmern-der-nacht/