USA beteiligen sich am deutschen Fusionsprojekt Wendelstein 7-X

Drei US-Institute übernehmen Kosten von über 7,5 Millionen Dollar für die Fusionsanlage am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik

Wendelstein 7-X
Wendelstein 7-X

Die Fusionsinstitute in Princeton, Oak Ridge und Los Alamos in den USA werden ihren deutschen Partner bei der Ausrüstung der Forschungsanlage Wendelstein 7-X bis 2014 unterstützen. Sie stellten magnetische Zusatzspulen und Messgeräte bereit und planten mit dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik Teile der Wandverkleidung. Die Kooperation ist eines von insgesamt neun Projekten im Rahmen des Programms "Innovative Approaches to Fusion" des amerikanischen Energieministeriums.

Ziel der Fusionsforschung ist die Entwicklung eines Kraftwerks, das - ähnlich wie die Sonne - aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnt. Dazu muss es gelingen, Plasma - dünnes ionisiertes Wasserstoffgas - nahezu berührungsfrei in einem Magnetfeldkäfig einzuschließen und anschließend auf Zündtemperaturen über 100 Millionen Grad aufzuheizen. Die Fusionsanlage Wendelstein 7-X, die zurzeit im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald entsteht, wird nach der Fertigstellung die weltweit größte und modernste Anlage vom Bautyp Stellarator sein, einem der beiden Kraftwerkstypen, mit denen in der Fusionsforschung derzeit gearbeitet wird.

Die fünf fenstergroßen Zusatzspulen, die das Princeton Plasma Physics Laboratory Ende 2012 lieferte, werden an der Außenhülle der Anlage angebracht und sollen helfen, die Magnetfelder am Rand des Plasmas präzise einzustellen. Das Oak Ridge National Laboratory übernahm die Konstruktion von Abschäl-Elementen für den Plasmarand von Wendelstein 7-X. Die Forscher hoffen, dass sich damit die Arbeitsmöglichkeiten der Maschine im Dauerbetrieb erweitern lassen und die experimentelle Flexibilität zunimmt. Das Los Alamos National Laboratory schließlich steuerte Messgeräte zur Beobachtung des Plasmas zum Wendelstein-Programm bei, darunter eine ausgefeilte Infrarot-Diagnostik.

Die Fertigstellung von von Wendelstein 7-X ist für 2014 geplant, die Anlage soll demonstrieren, wie geeignet Stelleratoren für den Kraftwerksbetrieb sind.