Regen auf Saturnmond Titan

Der Saturnmond Titan begeistert Astronomen durch seine zahlreichen Ähnlichkeiten zur Erde. Eine weitere konnten nun Wissenschaftler von der Universität Köln belegen: Auf dem fernen Trabanten regnet es.

Vogelperspektive der Huygens-Landestelle auf Titan in 10 km Höhe.
Vogelperspektive der Huygens-Landestelle auf Titan in 10 km Höhe.

Köln/Bilbao (Spanien) - Der feine Nieselregen besteht allerdings nicht aus Wasser, sondern aus kondensiertem Methan. Ihre Entdeckung präsentieren die Forscher in der Zeitschrift "Nature". "Dieser Niesel ist eine permanente Komponente im "hydrologischen" Methankreislauf von Titan", schreiben Tetsuya Tokano und seine Kollegen vom Kölner Institut für Geophysik und Meteorologie. Durch das Benässen der Oberfläche spiele dieser Regen eine aktive Rolle für die geologischen Bedingungen auf dem Mond. Das Team hat für seinen Beweis Niederschlags-Messdaten ausgewertet, die die europäische Sonde Huygens am 14. Januar 2005 bei der Untersuchung der erdähnlichen Stickstoffatmosphäre des Titan geliefert hat.

Unterstützt werden diese Erkenntnisse durch Theorie-Arbeiten von Physikern der Universidad del Pais Vasco in Bilbao. Aus den Messungen und Simulationen geht hervor, dass in der Titanatmosphäre kaum sichtbare Schleierwolken vorhanden sind, die im oberen Bereich aus gefrorenem Methan und im unteren Bereich aus einem Gemisch des verflüssigten Gases und Stickstoff bestehen. Aus diesen Wolken fällt leichter Nieselregen, der den Boden in geringen Mengen erreicht.

Ebenfalls auf der Basis von Huygens-Daten erkannten Astronomen erst jüngst, dass auf der Oberfläche Titans Flüsse und Seen existiert haben müssen. Auch diese müssen mit Methan gefüllt gewesen sein. Denn unter den Temperatur- und Druckverhältnissen auf Titan ist Methan das einzige Element, das gasförmig, flüssig und fest in großen Mengen vorkommen kann.

Es soll sogar eine regelrechte Häufung derartiger Seen in der Nähe des Titan-Nordpols geben. Zusätzlich zu der europäischen Huygens-Mission konnte die internationale Sonde Cassini die Existenz der Seen mit Längen zwischen zehn und 100 Kilometern bestätigen. Schon in den letzten Jahren konnten mit Teleskopen von der Erde aus spektakuläre Wolkenbrüche auf Titan beobachtet werden. Diese lieferten erste Hinweise auf gefrorenes oder flüssiges Methan.