Methanseen auf dem Saturnmond Titan

Am Nordpol des Saturnmonds Titan gibt es zahlreiche Seen aus flüssigem Methan. Auf Radarbildern der amerikanischen Sonde Cassini zeichnen sich die Seen als schwarze Flecken ab -- schwarz, weil ihre glatte Oberfläche keine Radarstrahlen zur Sonde reflektiert.

Methanseen auf Titan
Methanseen auf Titan

Pasadena (USA) - Die Flecken wurden bereits im Sommer vergangenen Jahres entdeckt, doch erst jetzt sind sich die an der Auswertung der Cassini-Daten beteiligten Forscher völlig sicher, dass es sich in der Tat um Seen handelt. Die Seen werden vermutlich durch jahreszeitlich schwankende Methan-Regenfälle gespeist, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature".

"Flüssiges Methan verhält sich auf Titan wie Wasser auf der Erde", erläutert Ellen Stofan vom Cassini-Team, "es ist genauso durchsichtig wie Wasser. Stünde man am Ufer eines solchen Sees, so könnte man auf den Grund blicken." Allerdings ist Methan nur unter den extremen Bedingungen auf dem Saturnmond flüssig: Die Temperaturen liegen dort bei eisigen minus 180 Grad Celsius.

Titans Atmosphäre enthält einen hohen Anteil an Methan. Vor der Ankunft Cassinis beim Saturn im Juli 2004 hatten die Planetenforscher deshalb vermutet, dass es auf Titan sogar Meere aus flüssigem Methan geben könnte. Diese Vermutung hat sich allerdings nicht bestätigt. Flüssiges Methan scheint es nur in den zwischen 3 und 70 Kilometer großen Seen am Nordpol des Saturnmondes zu geben. Über 75 der Methanseen haben die Forscher bislang entdeckt.

Es ist nicht allein die Abwesenheit der Radar-Reflexionen, die die Forscher davon überzeugt, dass es sich um Seen handelt. Die schwarzen Flecken liegen allesamt in topografischen Senken, einige offenbar in vulkanischen Kalderas. Viele der Flecken zeigen zudem Strukturen, die Zuflüssen ähneln. Manche dieser Flüsse sind bis zu 100 Kilometer lang. Die Forscher vermuten daher, dass die Seen durch Niederschläge gefüllt werden. Gegenwärtig herrscht am Titan-Nordpol Winter, eine Jahreszeit, für die die Wissenschaftler vermehrt mit Methan-Niederschlägen rechnen.