Das Bild eines Atoms in der Experimentalphysik - interpretiert von Gerhard Richter

Vortrag | 01.10.2019 | 18:30 Uhr in Berlin

Am 30. Dezember 1999 zeigte sich auf dem Computerschirm meines Rasterkraftmikroskops ein merkwürdiges Bild. Auf dem Schirm baute sich Zeile für Zeile das Abbild einer Siliziumoberfläche auf, erzeugt von einem neuartigen Rasterkraftmikroskop, welches noch kleinere Details als seine Vorgänger abbilden konnte. Das überraschende an den neuen Daten war, dass die Oberflächenatome nicht mehr verwaschenen Kugeln entsprachen, sondern als deutliche Doppelhöcker erschienen. Die neuen Bilder waren eine kleine Sensation - erstmals konnten Strukturen innerhalb eines Atoms „sichtbar“ gemacht werden. Der Fachartikel erschien im Juli 2000, und im gleichen Monat berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung über das Ergebnis. Der FAZ Artikel mit der Überschrift „Erster Blick in das Innere eines Atoms“ faszinierte Gerhard Richter, einen der bedeutendsten bildenden Künstler der Gegenwart. Richter schuf eine leicht vergrößerte Version mit dem Titel „Erster Blick“ (CR112, 2000) und er hat sich im Detail dafür interessiert, wie Physiker solche Bilder einzelner Atome erzeugen. In der Folge ergab sich eine spannende Beziehung mit weiteren Projekten (z.B. Graphit 2005) welche sich bis in die Gegenwart erstrecken. Im Vortrag wird anschaulich erklärt, wie Bilder einzelner Atome entstehen und was wir daraus über Natur und Technik lernen können. Die technischen Ausführungen werden ergänzt von Betrachtungen über die allgemeine Natur eines Bildes und mögliche Verbindungen zwischen Wissenschaft und Kunst.

Vortragender: Prof. Dr. Franz J. Gießibl (Universität Regensburg)

Zielgruppe: Jedermann

Veranstaltungsort: Magnus-Haus der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin e.V.
Adresse: Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin
Website: http://www.pgzb.tu-berlin.de/index.php?1

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Quelle: https://www.weltderphysik.de/vorort/events/