Essen der Zukunft – alte Kulturpflanzen neu entdecken oder Superfood aus dem 3D-Drucker?

Vortrag | 19.12.2018 | 19:00 Uhr in München

Wie sieht das Essen der Zukunft aus? Können wir mit Kulturpflanzen unseren Nahrungsbedarf decken oder muss Superfood aus dem 3D-Drucker herhalten? 97 Prozent aller Menschen in Deutschland kaufen, was schmeckt. Weitere wichtige Argumente beim Einkauf sind regionale Lebensmittel und natürlich der Preis (Ernährungsreport 2017 des Bundeslandwirtschaftsministeriums). Eine immer größere Rolle spielen aber auch vegetarische/vegane Ernährung und Gluten- und Lactoseunverträglichkeiten. Alle diese Aspekte müssen beim Essen der Zukunft berücksichtigt werden.

In der bundeszentralen Genbank für Kulturpflanzen am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben, einem Gründungsmitglied des WissenschaftCampus Halle – pflanzenbasierte Bioökonomie, lagern 150 000 verschiedene Muster alter Kulturpflanzen. Dieses Reservoir an Schätzen gilt es zu entdecken und hieraus das Essen der Zukunft zu entwickeln. Zum Beispiel lagert dort Quinoa, eine Kulturpflanze aus den Anden, die seit über 5000 Jahren genutzt wird. Sie ist mit Rüben und Spinat verwandt, ihre Samen haben aber eine getreideähnliche Zusammensetzung. Sie ist glutenfrei und kann als Pseudocerealie gegessen werden. Die Blätter sind sehr mineralstoffreich und können als Gemüse oder Salat verzehrt werden. Ein weiteres Beispiel alter Genbankmuster ist die Blaue Lupine. Sie stammt aus dem Mittelmeergebiet. Ihre Samen sind sehr proteinreich, teilweise mit höheren Proteingehalten als bei der Sojabohne. Aus dieser Art lassen sich viele Produkte wie Lupinenwürstchen und -geschnetzeltes, aber auch Joghurt und Brotaufstriche herstellen, die hervorragend für die vegetarische und vegane Ernährung geeignet sind. Alte Kulturpflanzen sind also wertvolle genetische Ressourcen und bilden die Grundlage für das Essen der Zukunft.

Vortragende: Dr. Ulrike Lohwasser (Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben)

Eintritt: 3 Euro

Zielgruppe: Jedermann

Veranstaltungsort: Deutsches Museum München
Adresse: Museumsinsel 1, 80538 München
Website: http://www.deutsches-museum.de/

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Quelle: https://www.weltderphysik.de/vorort/events/