Eine Frau mit Schutzhelm hockt im Tunnel vor einem Laptop, der neben dem Beschleunigerrohr aufgebaut ist. Neben ihr sind Fahrräder abgestellt.

LHC-Neustart steht bevor

Der Teilchenbeschleuniger LHC am CERN ist seit Februar 2013 in seiner ersten, langfristig geplanten Wartungs- und Erweiterungspause, auch „Long Shutdown 1“ oder kurz LS-1 genannt. Die Beschleunigerkomponenten wurden in dieser Zeit so optimiert, dass Protonen in Zukunft mit bis zu 13, später sogar mit 14 Teraelektronenvolt aufeinanderprallen können – bis 2013 hatte der LHC den Rekord bei 7 Teraelektronenvolt gehalten. Auch die Detektoren wie ATLAS oder CMS wurden auf neue Energien und erhöhte Datenraten optimiert. In diesem Frühjahr soll der so erweiterte LHC wieder in Betrieb gehen. Eine ausführliche Artikel-Serie bei Welt der Physik beschreibt den Ausbau und die Erwartungen für den nächsten Betriebszeitraum.

Doch der Zeitplan zum Wiedereinschalten geriet Mitte März ins Stocken, als Technikerinnen und Techniker am CERN einen Kurzschluss in einem der rund 1700 Magnetschaltkreise bemerkten. Durch den Kurzschluss entstand kein Schaden, alle Sicherheitsschaltkreise arbeiteten einwandfrei. Für den Betrieb des Beschleunigers musste er jedoch zuerst beseitigt werden.

Eine Hand deutet auf einen Computerbildschirm. Auf diesem ist eine schwarz-weiße Aufnahme zu sehen, die technische Teile im Röntgenbild zeigt.
Röntgenaufnahme des Magnetelements

Nach genauer Lokalisierung des Kurzschlusses und einer Röntgenaufnahme entschlossen sich die Techniker, einen Stromstoß von 400 Ampere durch den betroffenen Schaltkreis zu schicken. Dieser Stromstoß sollte die Ursache einfach verdampfen: Ein Stück Metallabfall, der sich zwischen einer Schutzdiode und der Außenwand des Beschleunigerrohrs verklemmt hatte.

Diese rabiat anmutende Methode war nach Angaben des CERN erfolgreich, der Kurzschluss wurde beseitigt. So kann der Betrieb ohne das zeitaufwändige Aufwärmen der bereits auf minus 271 Grad Celsius gekühlten Magnete wiederaufgenommen werden. Eine Verzögerung von bis zu zwei Monaten durch das Aufwärmen der Magnete und Belüften des Vakuums konnte so vermieden werden.