Warum haben Golfbälle viele kleine Dellen?

Tatsächlich steht bei dem typischen Design nicht die Optik im Vordergrund, sondern die Physik: Golfbälle mit Dellen fliegen weiter als glatte Bälle.

Anne-Dorette Ziems

Nahaufnahme eines weißen Golfballs auf saftig grünem Rasen, im Hintergrund unscharf eine rot-weiße Fahne, ein Sandbunker und dichte Bäume unter blauem Himmel.

Willard/iStock

Nach dem Abschlag bremsen zwei physikalische Kräfte einen Golfball mit der Zeit aus: zum einen die Schwerkraft und zum anderen der Luftwiderstand. Zwar können die Dellen im Ball nichts gegen die Schwerkraft ausrichten, aber dem Luftwiderstand können sie entgegenwirken. Wenn ein Golfball fliegt, strömt Luft um ihn herum. Hinter dem Ball entsteht dabei ein Unterdruck, der den Flug abbremst. Die Dellen sorgen nun für viele kleine Luftverwirbelungen an der Oberfläche und lassen dadurch den Bereich, in dem ein Unterdruck entsteht, schrumpfen. In der Folge wird der Ball weniger stark abgebremst.

Ein Golfball besitzt meist zwischen 250 und 450 Dellen oder Dimples, so der Fachbegriff. Früher waren Golfbälle übrigens glatt. Erst um 1900 fand jemand zufällig heraus, dass alte Bälle mit kleinen Dellen darin weiter fliegen. Daraufhin fingen einige Leute an, absichtlich Dellen in die Bälle zu schnitzen. Nach und nach wurde der Golfball dann immer weiter perfektioniert.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/warum-haben-golfbaelle-viele-kleine-dellen/