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Wirtschaftliche Entwicklung und Energieverbrauch

Nach traditionellen Vorstellungen steigt mit dem wirtschaftlichen Wachstum der Energieeinsatz in gleichem Maße. Dieser Zusammenhang lässt sich vor allem durch Ländervergleiche gut illustrieren. Staaten mit einem hohen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, wie etwa USA und Kanada, haben auch einen hohen Energieverbrauch pro Kopf. Staaten, die nur ein vergleichsweise geringes Brutto­inlands­produkt pro Kopf erwirtschaften, wie etwa Brasilien oder China, haben einen vergleichsweise geringen Energieverbrauch pro Kopf.
Dass auch andere Wege möglich sind, belegt Deutschland. In den 1950er, 1960er und 1970er Jahren fügten sich die energiewirtschaftlichen Trends in Deutschland noch gut in die traditionelle Linie ein. Nach der Wiedervereinigung wurde ein grund­legend neues Muster sichtbar. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf stieg in Deutschland von 1990 bis 2010 um fast 30 Prozent, ohne dass ein höherer Energieeinsatz notwendig war. Dieser Trend zu mehr Energieeffizienz soll fortgesetzt und beschleunigt werden.

Für 2050 strebt die Bundesregierung eine Reduktion des Primärenergieverbrauchs um 50 Prozent bei einem Wachstum des Bruttoinlands­produkts um rund 40 Prozent an. Diese Perspektive impliziert eine Verbesserung der Energieproduktivität bezogen auf den Endenergieverbrauch von 2008 bis 2050 um durchschnittlich 2,1 Prozent und bezogen auf den Primärenergieverbrauch um 2,5 Prozent pro Jahr.