Pipelines und Tanker

Der weltweite Transport von Rohöl erfolgt innerhalb der Kontinente über Pipelines und zwischen den Kontinenten durch Tanker. Etwa die Hälfte des im Jahr 2016 geförderten Erdöls wurde auf diese Weise grenzüberschreitend transportiert. Vergleicht man den Pipelinetransport von Naturgas und Rohöl, sind die Transportkosten bezogen auf den Energieinhalt von Rohöl, wegen der höheren Energiedichte, erheblich niedriger.

Nach Angaben des Mineralöl Wirtschaftsverbandes waren 2016 in Deutschland 14 Import-Rohöl-Fernleitungen in Betrieb, die Rohöl aus dem Ausland anlieferten, zum Beispiel aus Triest, Rotterdam oder Plok, und es im Inland an die Raffinerien verteilten. Ihre Gesamtlänge in Deutschland beträgt etwa 2000 Kilometer und sie weisen zusammen einen Rohöldurchsatz von 104,5 Millionen Tonnen auf. Das Netz wird teilweise auch für den Vertrieb der Mineralölprodukte aus den Raffinerien genutzt, für den aber auch eine große Transportflotte von Binnenschiffen und Tanklastzügen zur Verfügung steht.

Foto: Tanker auf See vor einer Küste
Transport durch Tanker

Binnenschiffe und vor allem die Pipelines versorgen auch Dutzende über das Land verteilte Depots, von denen aus regionale Kunden wie Chemieunternehmen und Tankstellennetze mit Mineralölprodukten beliefert werden.

Der Weltgashandel findet in zunehmendem Maße neben Pipelines auch mit verflüssigtem Naturgas statt, dem sogenannten Liquefied Natural Gas (LNG). Dazu wird das Naturgas auf minus 161,5 Grad Celsius abgekühlt und damit sein Volumen für den Transport erheblich reduziert: Aus 600 Kubikmetern Gas wird ein Kubikmeter LNG. In diesem Zustand kann LNG bei fast atmosphärischem Druck in speziellen Tankschiffen mit isolierten Lagertanks transportiert werden. Am Bestimmungsort wird es dann in einem einfachen Prozess erwärmt und wieder in den gasförmigen Zustand versetzt, so steht es wieder für den Gasleitungstransport per Pipeline zur Verfügung. Von der Verflüssigungsanlage bis zum Anlandeterminal ist ein LNG-Tanker je nach Distanz zwischen 5 und 55 Tage unterwegs.

Die größten Tanker im Welthandel sind in der Lage, bei einer Länge von 300 Metern mehr als 250 000 Kubikmeter LNG zu transportieren. Damit könnte eine Großstadt mit zwei Millionen Einwohnern fast ein ganzes Jahr lang mit Energie versorgt werden. Die Technik zur Verflüssigung in sogenannten Verflüssigungsstraßen im Erzeugerland und zur Wiederverdampfung am Zielort ist so weit entwickelt, dass auf diese Weise nach Angaben der International Gas Union vom April 2017 im Jahr 2016 weltweit 248 Millionen Tonnen LNG transportiert wurden. Das entsprach 9,8 Prozent des weltweiten Gasverbrauchs, der von einer weltweiten Anzahl von Verflüssigungsanlagen mit einer Produktionskapazität von insgesamt 339,7 Millionen Tonnen pro Jahr geliefert wurde. Dazu waren 439 Schiffe im Einsatz. LNG wurde im Jahr 2016 von 18 Ländern geliefert. Die Hauptexporteure waren Katar mit 29,9 Prozent, Australien mit 17,2 Prozent, Malaysia mit 9,7 Prozent, Nigeria mit 7,2 Prozent und Indonesien mit 6,4 Prozent.