Erdöl

Erdöl hatte im Jahr 2015 nach Angaben der Firma BP mit 185 Exajoule einen Anteil von rund 33 Prozent (2014 rund 33,1 Prozent) am globalen Primärenergieverbrauch und war damit vor der Kohle der wichtigste Energieträger. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) schätzte im selben Jahr die Weltvorräte an sicher gewinnbaren Reserven von konventionellem und nicht-konventionellem Erdöl auf 9015 Exajoule sowie für die entsprechenden Ressourcen auf 19 059 Exajoule.

Wenn auch die angegebenen Zahlen für die Welterdölreserven zeitlichen Schwankungen unterliegen, so ist doch sicher, dass die Vorräte an Öl nur endlich groß sind, also trotz aller Bemühungen zur Auffindung neuer Lagerstätten immer begrenzt bleiben werden. Wie lange die Vorräte noch reichen, hängt nicht zuletzt von der Höhe des Verbrauchs dieser nicht regenerierbaren Ressource ab. Das weltweit ungebremst weitere Anwachsen des Ölverbrauchs, allein in den letzten 25 Jahren um etwa 35 Prozent, kann deshalb nicht beliebig lange weitergehen. Hierzu zwingen uns nicht nur die endlichen Vorräte, deren Erschließung immer teurer wird und damit zu entsprechenden Kostensteigerungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher führt, sondern auch die ständig steigende Belastung mit Kohlendioxid (CO2), die mit der anwachsenden Verbrennung von Erdöl verbunden ist.

Erdöl in Zahlen
Bilderstrecke mit Fakten zum weltweiten Erdölvorkommen

Die Menschheit muss deshalb mit Nachdruck Techniken entwickeln, mit denen die gleichen Dienstleistungen mit weniger Öleinsatz bereitgestellt werden können oder die auf anderen Energiequellen mit weniger Umweltbeeinträchtigungen und größeren Ressourcen beruhen. Dies betrifft aus heutiger Sicht in Deutschland vor allem den Verkehr, der im Jahr 2015 mit 53,9 Prozent den größten Anteil am derzeitigen Ölverbrauch aufweist. Die übrigen Anteile verteilen sich auf den Verbrauch in den anderen Endenergiesektoren nämlich Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und den Haushalten sowie zu einem kleinen Teil mit 0,5 Prozent auf die Stromerzeugung. Weltweit stand Deutschland 2015 nach Angaben der BGR mit rund 110 Millionen Tonnen auf Platz neun der Länder mit dem größten Mineralölbedarf.

Deutschland ist im hohen Maße von Ölimporten abhängig, denn nur 2,2 Prozent des Erdöls, das heißt 2,4 Millionen Tonnen, stammten 2015 aus der heimischen Förderung. Die Hauptlieferländer in diesem Jahr waren nach Angaben der BGR Russland (35,7 Prozent), Norwegen (13,7 Prozent), Großbritannien (10,9 Prozent), Nigeria (7,3 Prozent) und Kasachstan (7,0 Prozent). Deutschland stand mit 91,3 Millionen Tonnen auf Platz sechs der weltweiten Liste von Erdölimportländern, die von den USA, China, Indien und Japan angeführt wird. Global gesehen waren im Jahr 2015 nach Angaben der BGR die größten globalen Ölexporteure Saudi Arabien, Russland, Kanada, Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate. Insgesamt bezog Deutschland nach Angaben der BGR im Jahr 2015 Rohöl aus 32 Ländern und verfügte damit über eine breit differenzierte Lieferbasis.

Die Verringerung der Abhängigkeit unseres Energiesystems vom Erdöl war bereits eines der dringendsten Ziele als Folge der ersten Ölpreiskrise 1974/75. Zu dieser Zeit betrug der Ölanteil an der Primärenergieversorgung in der Bundesrepublik Deutschland 52 Prozent. Er ist bis zum Jahr 2016 auf 34 Prozent gesunken. Dies ist sicher ein großer Fortschritt, zumal Deutschland seither noch größer geworden ist. Aber in absoluten Zahlen liegt der Ölbedarf in Deutschland heute immer noch bei circa 4550 Petajoule pro Jahr, mit seit einigen Jahren konstantem Niveau, nach einem Verbrauchshöhepunkt Mitte der 1990er Jahre mit weit über 5000 Petajoule.