Keine Gefahr durch Gamma-Ausbrüche

Das Universum ist voller Gefahren. Nicht nur Asteroiden und Kometen stellen eine potenzielle Bedrohung für das Leben auf der Erde dar. Auch Gamma-Ausbrüche, ausgelöst durch die Explosion extrem massereicher Sterne, stehen auf der Liste der kosmischen Gefahren.

Baltimore (USA) - Nun geben Beobachtungen des Weltraumteleskops Hubble zumindest für eine Art von Gamma-Ausbrüchen Entwarnung: Sie haben ihren Ursprung offenbar stets in so genannten Irregulären Galaxien -- unsere Milchstraße ist jedoch eine große Spiralgalaxie.

"Dass diese Explosionen nur in kleinen Irregulären Galaxien stattfinden, deutet darauf hin, dass nur Sterne, die keine schweren Elemente enthalten, lang andauernde Gamma-Ausbrüche auslösen können", erläutert Andrew Fruchter vom Space Telescope Science Institute in Baltimore. Fruchter und seine Kollegen hatten die Umgebung von 42 Gamma-Ausbrüchen, die länger als zwei Sekunden andauerten, mit dem Weltraumteleskop Hubble untersucht. Alle diese Explosionen fanden in kleinen Irregulären Galaxien statt.

Solche Irregulären Galaxien unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung deutlich von normalen Galaxien wie unserer Milchstraße. Sie enthalten weniger schwere Elemente -- und dieser Unterschied, so Fruchter, beeinflusst auch die Entwicklung der Sterne in den Galaxien. Die Forscher fanden zudem, dass die Explosionen stets in den hellsten Regionen der Sternsysteme stattfanden. "Das deutet darauf hin, dass es sich um die Explosion von extrem massereichen Sternen handelt", so Fruchter, "mindestens 20-mal massereicher als unsere Sonne."

Fände ein lang andauernder Gamma-Ausbruch in unserer Milchstraße in der Nähe der Erde statt, so könnte die Strahlung die Ozonschicht der Erde völlig zerstören. Auch lang anhaltende Klimaänderungen wären zu erwarten. Eine Vorwarnung für eine solche Katastrophe gäbe es nicht. Beruhigend also, dass die Milchstraße zumindest in dieser Beziehung ein sicherer Ort ist.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/news/2006/keine-gefahr-durch-gamma-ausbrueche/