Existenz von Element 115 bestätigt

Nachdem die superschweren Elemente mit den Ordnungszahlen 114 und 116 bereits ins Periodensystem aufgenommen wurden, bestätigten Wissenschaftler nun die Erzeugung von Element 115. Erste Hinweise für seine Existenz kamen von Experimenten aus Russland, jetzt wies ein internationales Forscherteam das Element am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung nach. Die Wissenschaftler verwendeten dazu eine Detektortechnik, die bisher nur bei leichteren Elementen eingesetzt worden war. So konnten sie zeigen, dass sich die Methode auch zum Nachweis der bisher schwersten Elemente eignet. Ihre Studie erscheint demnächst in der Zeitschrift „Physical Review Letters“.

Experimentieraufbau mit einem kastenförmigen Element in der Mitte, das von weiteren Komponenten umgeben ist.
Detektorsystem für Alphateilchen und Photonen

Die Ordnungszahl gibt an, wie viele Protonen der Kern eines Elements enthält. Das Team um Dirk Rudolph von der Universität Lund in Schweden brachte einen dünnen Film des seltenen Elements Americium – Ordnungszahl 95 – auf eine Folie auf und beschoss ihn mit Kalziumionen. Kalzium besitzt 20 Protonen, wenn die Kerne beider Elemente verschmelzen, entsteht das neue Element 115.  Wie andere superschwere Elemente zerfällt es bereits nach kurzer Zeit, bei dieser Zerfallskette entstehen Alphateilchen und Photonen. Mit einem speziellen Detektorsystem konnten Rudolph und seine Kollegen die Energie der Photonen messen und damit das Element eindeutig identifizieren.

Superschwere Elemente haben Ordnungszahlen größer als 104. Sie kommen in der Natur nicht vor und können deshalb nur künstlich erzeugt werden. Die Elemente 117 und 118 gelten ebenfalls schon als bestätigt. Wissenschaftler suchen jedoch weiterhin nach der „Insel der Stabilität“, also nach noch schwereren Elementen, die wesentlich länger stabil bleiben. Physiker vermuten, dass dieser Bereich jenseits der Ordnungszahl 120 liegen könnte.