Eine Gabel ist mit einer hellen Schicht überzogen und leuchtet.

Lampe zum Aufsprühen

Mit herkömmlichen und organischen Leuchtdioden verändern sich Technik und Design von Lichtquellen rasant. Die neuen Leuchtmittel verdrängen nach und nach Glüh- und Leuchtstofflampen vom Markt. Noch einen Schritt weiter gehen nun Wissenschaftler, die eine Lampe zum Aufsprühen entwickelt haben. Wie sie in der Fachzeitschrift „Advanced Materials“ berichten, können mit ihrem speziellen Sprühverfahren Objekte beliebiger Form in große und kleine Leuchten verwandelt werden.

Grundlage für diese neuartigen Lampen sind Schichten aus lichtemittierenden Materialien, wie sie auch in organischen Leuchtdioden bereits verwendet werden. Diese sogenannten LECs – ein Kürzel für light emitting cells – lassen sich sogar ohne aufwendige Produktionsverfahren selbst unter Raumluft auftragen. „Und LECs brauchen nur drei Schichten, um effizient zu funktionieren“, sagt Ludvig Edman von der Universität Umeå. Nach mehreren Entwicklungsjahren demonstrierten Edman und seine Kollegen die vielseitige Sprühtechnik nun an einer Besteckgabel, die sie mit einer LEC-Schicht in eine kleine Lampe umwandeln konnten.

Möglich wurde dies durch ein Verfahren, mit dem sich die lichtemittierenden, organischen Polymermoleküle auf eine elektrisch leitfähige Trägerfläche verteilen lassen. Unter einer heißen Stickstoffatmosphäre getrocknet wurde die lichtaktive Schicht mit einer hauchdünnen, transparenten Lage aus Aluminium als Elektrode abgedeckt. So entstand unter anderem eine etwa 14 mal 14 Zentimeter große LEC. Mit vier Volt betrieben erreichte diese eine Leuchtdichte von etwa 230 Candela pro Quadratmeter. Das ist vergleichbar mit der Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung von Smartphones und Laptops.

Die derzeit hellsten LECs leuchten in einem grünlich-gelben Licht. Doch durch die Vielzahl der verfügbaren Leuchtpolymere lassen sich prinzipiell Leuchten für das gesamte Farbspektrum fabrizieren. Künftig wollen die Forscher nicht nur die Leuchtdichte weiter steigern. Parallel arbeiten sie auch an einem zuverlässigen Verfahren, um die lichtaktive Schicht stabil einschließen und so etwa vor Feuchtigkeit schützen zu können – besonders auf komplexen, dreidimensionalen Objekten.