Klare Scheiben und warme Böden mit Heizung aus Nanoröhrchen

In diesen Tagen mit kaltfeuchtem Wetter beschlägt oft die Windschutzscheibe in Autos. Meist vertreibt ein kräftiges Gebläse den Wasserfilm nach wenigen Minuten. Schneller geht es mit einer Scheibenheizung. Werden dafür heute noch feinste Kupferdrähte in das Glas eingelassen, verwenden deutsche Forscher winzige Röhrchen aus Kohlenstoff.

Stuttgart - Gleichmäßig verteilt in einer durchsichtigen Lackschicht und elektrisch angeschlossen funktionieren sie selbst noch bei kleinen Schäden in der Scheibe. Die gleiche Technologie eignet sich auch für Strom betriebene Fußbödenheizungen.

"Diese Widerstandsheizung lässt sich problemlos in das übliche 12-Volt-Bordnetz integrieren", sagt Ivica Kolaric von der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG in Stuttgart. Für die Herstellung solcher Heizungen wird eine dünne Lackschicht auf die Scheibe aufgetragen. Darin verteilt sind sehr geringe Mengen an leitfähigen, mehrwandigen Kohlenstoffnanoröhrchen. Diese bilden ein Netzwerk, das mit Strom durchflossen wird und sich dabei aufheizt. "Die gesamte elektrische Energie wird dabei in Wärmeenergie umgewandelt", sagt Kolaric.

Doch diese Heiztechnik findet noch weitere Anwendungsfelder. So arbeitet Kolaric auch an einer elektrischen Fußbodenheizung. Ein Nanoröhrchenlack kann dabei einfach auf die Unterseite von PVC-Böden, Kork oder Laminat aufgetragen werden. Über einen Stromanschluss lässt sich die Wärme regulieren. "Diese Heizung können wir an Versorgungsspannungen zwischen zwei und 360 Volt anpassen, je nach Wunsch des Kundens", sagt Kolaric. Erste Kontakte zur Industrie, sowohl zu Automobilzulieferern als auch zu Raumausstattern, bestehen bereits. Erste einfache Produkte sollen bereits Ende kommenden Jahres auf den Markt kommen.

Quelle: https://www.weltderphysik.de/gebiet/technik/news/2006/klare-scheiben-und-warme-boeden-mit-heizung-aus-nanoroehrchen/