Kavli-Preis zum ersten Mal vergeben

Zum ersten Mal wurde sieben Wissenschaftlern der Kavli-Preis in Oslo vom norwegischen Kronprinz Haakon überreicht. Der Preis wird in den Gebieten Astrophysik, Nanowissenschaften und Neurowissenschaften vergeben und ist mit je einer Million US-Dollar dotiert.

Fred Kavli, Initiator des neuen Preises
Fred Kavli, Initiator des neuen Preises

Oslo (Norwegen) - Heute, am 9. September, wurde zum ersten Mal der Kavli-Preis in Oslo von Kronprinz Haakon von Norwegen überreicht. Sieben Wissenschaftler wurden für ihre herausragende Forschung in den Bereichen Astrophysik, Neurowissenschaften und Nanowissenschaften ausgezeichnet. Der Kavli-Preis besteht aus drei Einzelpreisen, die jeweils auf eine Million US-Dollar dotiert sind.

Maarten Schmidt von dem California Institute of Technology, und Donald Lynden-Bell von der Cambridge University wurden gemeinsam in der Kategorie Astrophysik ausgezeichnet. Schmidt untersuchte die damals weitgehend unerforschten Quasare. Es gelang ihm, deren relative Geschwindigkeit und Distanz zur Erde zu bestimmen. Daraus konnte er die enorme Energie bestimmen, die von Quasaren abgestrahlt wird. Lynden-Bell konnte zeigen, dass die gewaltige Strahlungsenergie der Quasare aus Reibung innerhalb der Akkretionsscheibe von riesigen Schwarzen Löchern resultiert. Dabei heizt sich Materie auf, die in einer strudelförmigen Gasscheibe um ein Schwarzes Loch kreist.

Den Preis für Nanowissenschaften teilen sich Louis E. Brus, von der Columbia University in den USA und Sumio Iijima, von der Meijo University in Japan. Brus untersuchte in den 1980ern Nanokristalle aus Halbleitern in wässriger Lösung. Diese Strukturen, mittlerweile als Quantenpunkte bekannt, haben dank ihrer abstimmbaren Eigenschaften ein vielseitiges Anwendungspotenzial. Sumio Iijima gilt als der Entdecker der Carbon-Nanoröhrchen. Die Röhrchen sind extrem belastbar und können Halbleiter- oder Metalleigenschaften annehmen. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit werden sie bereits in einem breiten Produktspektrum eingesetzt. Sie sind Gegenstand aktueller Grundlagenforschung und angewandter Entwicklung.

Im Bereich Neurowissenschaften wurden Pasko Rakic, Yale University School of Medicine, Thomas Jessell, der Columbia University, und Sten Grillner, vom Karolinska-Institut in Schweden. Die drei Wissenschaftler entschlüsselten gemeinsam die grundlegenden Mechanismen von Netzwerken neuronaler Zellen in Hirn und Wirbelsäule.

Der Kavli-Preis wurde von dem Norwegisch-Amerikaner Fred Kavli initiiert. Der Preis ist ein Kooperationsprojekt der Kavli-Forschungsstiftung, der norwegischen Regierung und der Norwegischen Akademie der Wissenschaften. Der Preis hat nicht nur zum Ziel, einzelne Forscher auszuzeichnen, sondern soll auch die Forschungsarbeit an sich und ihren Verdienst für die Zukunft der Menschen ehren.