2012 – Der Film

2012: Fakten zum Film

Die Story des Films 2012: Im Jahre 2009 erhält die amerikanische Regierung einen vertraulichen Report, der bestätigt, dass die Erde schon in wenigen Jahren dem Untergang geweiht ist – nämlich zum Ende des Maya-Kalenders am 21.12.2012. Während engagierte Wissenschaftler fieberhaft nach Auswegen aus der Katastrophe suchen, wird an oberster Stelle ein geheimer Katastrophenplan entwickelt, der jedoch nicht die Rettung aller Menschen vorsieht.

Die Maya und ihr Kalender

Endet der Maya Kalender wirklich am 21.12.2012?

Nein, der Maya-Kalender „endet“ nicht. So wie unser Kalender aus verschiedenen Perioden zusammengesetzt ist (Wochen, Monate, Jahre) gibt es auch im Maya-Kalender verschiedene Perioden. Im sogenannten long count werden fünf verschiedene Zahlen verwendet, um ein Datum anzugeben. So wie wir zum Beispiel vom 17.12.2003 sprechen, gibt es bei den Maya zum Beispiel das Datum 12.3.5.11.12. Am 21.12.2012 ist nun eine große Periode des Kalenders abgeschlossen und eine neue beginnt. In Maya-Schreibweise ist der 21.12.2012 der 13.0.0.0.0. Die 13 war – neben der 20 – eine wichtige Zahl für die Maya und deswegen wird der Zeitraum von 0.0.0.0.0. bis 13.0.0.0.0. als Epoche bezeichnet. Am 21.12.2012 endet eine Epoche des Mayakalenders und nicht der Kalender selbst. Dieser Übergang ist vergleichbar mit dem von 31.12.1999 zu 01.01.2000 in unserem Kalender.

Stimmt es, dass noch andere Kalender anderer Kulturen genau an dem Tag enden?

Nein.

Woher wussten die Mayas viel über Astronomie?

Die Gesellschaft und die Religion der Maya wurde stark von ihrem Kalender dominiert. Dinge mussten an den „richtigen“ Tagen geschehen. Deswegen war es für die Maya wichtig, genaue Kalender zu haben und darum beobachteten sie auch den Himmel um aus der Bewegung der Himmelskörper ihren Kalender zu bestimmen. Was die Berechnung des Kalenders angeht, waren die astronomischen Kenntnisse der Maya wirklich bemerkenswert. Was die restliche Astronomie angeht, waren die Kenntnisse der Maya allerdings nicht besser als die vergleichbarer Zivilisationen.

Ist am Tag des Nullpunkts des Kalenders, vor 5000 Jahren irgendwas wichtiges passiert? Und 5000 Jahre vorher?

Wann der Nullpunkt des Maya-Kalenders war, ist heute nicht mehr exakt bekannt. Man geht heute davon aus, dass es sich um den 11. August 3114 vor Christus handelt. In der Mythologie der Maya wurde an diesem Datum die Welt geschaffen. In der realen Geschichte der Welt ist an diesem Datum kein besonderes Ereignis bekannt; auch nicht 5000 Jahre vorher.

Stimmt es, dass auf der Erde zyklisch (alle 5000 Jahre, alle 26.000 Jahre, alle 3600 Jahre) wirklich schlimme Katastrophen auftreten?

Jein. Es gibt gewisse Hinweise aus der Paläontologie, dass es in einem zeitlichen Abstand von etwa 26 Millionen Jahren zu einem Massensterben auf der Erde kommt (ob diese Periodizität allerdings wirklich so exakt ist, beziehungsweise überhaupt existiert ist noch umstritten). Das könnte durch erhöhte Meteoritenaktivität verursacht werden die wiederum auf die gravitative Wirkung eines noch unbekannten, sehr weit entfernten Begleitsterns der Sonne zurückzuführen ist. Dieser Stern, sofern er denn existiert, hat aber nichts mit dem Jahr 2012 zu tun. Wäre er nahe genug, um uns irgendwie gefährlich zu werden, dann würden wir den Stern schon Jahrtausende vorher bemerken. Für andere Perioden im Zusammenhang mit dem angeblichen Weltuntergang 2012 gibt es keinerlei Belege. Da aber immer irgendwo auf der Erde irgendwelche Katastrophen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, und so weiter) stattfinden, kann man durch selektive Datenauswahl leicht vermeintliche „Beweise“ für beliebige Perioden konstruieren.

Konstellationen und das Zentrum der Milchstrasse

Stimmt es, dass 2012 eine sehr seltene Planetenkonstellation zu beobachten ist?

Nein. 2012 gibt es keine außergewöhnliche Planetenkonstellation.

Stimmt es, dass die Erdachse genau im Dezember 2012 ins Zentrum der Milchstraße weist?

Nein. Die Achse der Erde ist tatsächlich nicht starr, sondern beschreibt einen Kreis – so wie die Drehachse eines Kreisels. Sie kann allerdings niemals auf das Zentrum der Milchstraße weisen. Dazu müsste die Erde „umkippen“ – und das kann nur passieren, wenn sie mit einem annähernd gleich großem Himmelskörper zusammenstößt. So einen Himmelskörper auf Kollisionsbahn mit der Erde gibt es aber nicht. Auch andere Konstellationen zwischen Erde und dem Zentrum der Milchstrasse haben nichts mit dem Jahr 2012 zu tun.

Gibt es tatsächlich bereits ein erhöhtes oder neues Auftreten von Gammastrahlen aus dem Zentrum der Milchstraße, die auf einen „Synchronisatiosstrahl“ hinweisen könnten?

Nein. Ein „Synchronisationsstrahl“ ist ein Begriff, der in der Wissenschaft unbekannt ist und der sich nur in den Büchern esoterischer Autoren findet. An der Strahlung, die aus dem Zentrum der Milchstrasse kommt, ist nichts außergewöhnliches. Große Ausbrüche von Gammastrahlung existieren (englisch gamma ray bursts) – kommen aber nicht aus unserer Milchstrasse sondern aus extragalaktischen Quellen. „Synchronisationsstrahlen“ aus dem Zentrum der Milchstrasse haben nichts mit der Realität zu tun.

Magnetfelder und der Polsprung

Wird es 2012 einen Polsprung geben und wie gefährlich ist das?

Mit „Polsprung“ bezeichnen Geophysiker eine Umpolung des Erdmagnetfeldes: der magnetische Nordpol wird zum Südpol und umgekehrt. Aus geologischen Untersuchungen weiß man, das so eine Umpolung etwas alle 250.000 Jahre vorkommt. Das ist allerdings kein spontaner Prozess – eine Umpolung kann einige 1000 Jahre dauern. Während einer Umpolung wird das Erdmagnetfeld schwächer was zu einem erhöhten Auftreffen an kosmischer Strahlung auf der Erde führt. Das kann für die Lebenwesen gefährlich sein; ist aber nicht katastrophal – ansonsten wäre das Leben während vergangener Polsprünge schon längst ausgestorben. Andere angebliche Katastrophen („Ablösung“ des Erdmantels, Kippen der Erdachse, …) können durch einen Polsprung nicht ausgelöst werden.

Wenn sich das Magnetfeld ändert, kann es sein, dass die Erde sich dann (vorübergehend) aufhört zu drehen?

Nein. Die Drehung der Erde kann nicht so einfach aufhören. Um ein sich drehendes Objekt zu stoppen, muss Energie aufgewendet werden. Bei der sich drehenden Erde ist die dafür benötigte Energie so hoch, dass kaum ein Prozess existiert, der sich aufbringen kann und Magnetfeldänderungen haben in dieser Hinsicht einen verschwindend kleinen Einfluss.

Sonnenstürme

Gibt es im Dezember 2012 wirklich einen Sonnensturm? Welche Auswirkung hat ein „Sonnenfleckenhoch“ auf die Erde?

Die Aktivität der Sonne ändert sich zyklisch; alle elf Jahre ist sie besonders stark. Das nächste Aktivitätsmaximum wird für Mai 2013 erwartet und es soll geringer ausfallen, als vergangene Maxima. Erhöhte Sonnenaktivität kann auf der Erde zum Beispiel zu Ausfällen von Stromleitungen oder Satelliten führen – große Naturkatastrophen oder Ähnliches werden dadurch aber nicht ausgelöst. Im Allgemeinen schützt uns die Erdatmosphäre vor dem Sonnenwind.

Stimmt es, dass man beobachten kann, dass erhöhte Sonnenaktivität zu politischen und anderen Unruhen auf der Erde führen kann? (Wie der Fall der Berliner Mauer)

Nein. Für so einen Zusammenhang gibt es keine statistisch vernünftigen Daten. Man kann sich natürlich immer bestimmte Ereignisse so auswählen, dass sie einer gewissen Periode entsprechen. Aber das hat nichts mit einem echten Zusammenhang zu tun. Politische Unruhen und ähnliches gibt es jedes Jahr irgendwo auf der Erde. Es besteht kein Zusammenhang mit der Sonnenaktivität.