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Protoplanetare Scheibe im Detail

Für die ersten Beobachtungen im neuen und gleichzeitig leistungsstärksten Betriebsmodus von ALMA – dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array – richteten Forscher die Antennenschüsseln auf den jungen Stern HL Tauri. Er ist ungefähr 450 Lichtjahre von der Erde entfernt und ist noch von einer ausgedehnten Gas- und Staubscheibe umgeben. Die neue Aufnahme zeigt unerwartet feine Details in dieser protoplanetaren Scheibe: Sichtbar sind eine Reihe konzentrischer heller Ringe, getrennt durch dunkle Lücken.

„Diese Merkmale sind höchstwahrscheinlich das Ergebnis junger planetenartiger Objekte, die in der Scheibe entstehen. Das ist überraschend, da so junge Sterne eigentlich keine großen planetaren Begleiter haben sollten, die in der Lage sind, die von uns beobachteten Strukturen zu verursachen“, erläutert Stuartt Corder, stellvertretender Direktor von ALMA. Die Materiescheibe um HL Tauri scheint demnach sehr viel weiter entwickelt zu sein, als man anhand des Alters des Systems erwarten würde. Die neuen Beobachtungen deuten somit darauf hin, dass der Prozess der Planetenentstehung schneller ablaufen könnte als bisher angenommen.