Das Bild zeigt brennende Kohle.

Kohle

Die Energievorräte an Stein- und Braunkohle übertreffen diejenigen von Öl und Gas um mehr als das Vierfache. Kohle wird deshalb als Primärenergiequelle der Menschheit noch länger als die beiden anderen fossilen Primärenergieträger zur Verfügung stehen.

Die Statistiken der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) unterscheiden bei der Kohle zwei Kategorien: Hartkohle und Weichbraunkohle. Hartkohle hat einen Energieinhalt von mehr als 16 500 Kilojoule pro Kilogramm und umfasst Steinkohle, Anthrazitkohle und Hartbraunkohle. Sie hat einen relativ großen Energieinhalt und wird daher weltweit transportiert und gehandelt. Anders als Weichbraunkohle mit dem geringeren Energieinhalt, die deshalb vorrangig nahe der Abbaugebiete vor allem zur Stromerzeugung eingesetzt wird.

Zur Vereinfachung wird im Folgenden die Hartkohle nur als Steinkohle bezeichnet und die Weichbraunkohle nur als Braunkohle.

BraunkohlereservenKohlereserven in Zahlen
Bilderstrecke: Kohlereserven

Nach Angaben der Firma BP trug Kohle im Jahr 2015 mit 29,3 Prozent und im Jahr 2016 mit 28,1 Prozent zum weltweiten Primärenergieverbrauch bei. Davon entfielen nach Angaben der BGR im Jahr 2015 etwa 94,2 Prozent (152 Exajoule) auf Steinkohle und 5,8 Prozent auf Braunkohle (9 Exajoule). Kohle war damit im Jahr 2015 weltweit der zweitwichtigste Energieträger hinter Erdöl mit 33,1 Prozent (2016: 33,3 Prozent) und vor Erdgas mit 23,8 Prozent (2016: 24,1 Prozent). Ebenfalls nach Angaben von BP hatte die Kohle im Jahr 2014 einen Anteil von etwa 43 Prozent an der globalen Stromerzeugung, mit deutlichem Abstand zur Nutzung von Gas (20 Prozent), Wasserkraft (17 Prozent) und Kernenergie (11 Prozent). Am Ende standen die Erneuerbaren Energien (7 Prozent) und Erdöl mit rund 3 Prozent.

Die Statistiken von BP für das Jahr 2016 zeigen, dass sich der globale Bedarf an Stein- und Braunkohle von 2000 bis 2016 um etwa 59,2 Prozent erhöht hat und damit wesentlich stärker gewachsen ist als Erdgas mit 47,7 Prozent und Erdöl mit 23,3 Prozent mit entsprechenden Konsequenzen für den globalen Ausstoß an Kohlenstoffdioxid.

Die größten Steinkohleförderer im Jahr 2015 waren nach Angaben der BGR die Volksrepublik China gefolgt von den USA, Indien, Australien und Indonesien. Die größten Exporteure waren Indonesien, Australien, die Russische Föderation, Kolumbien und Südafrika.

Die größten Braunkohleförderer im Jahr 2015 waren nach Angaben der BGR mit deutlichem Abstand Deutschland und China gefolgt von der Russischen Föderation, den USA und Polen. Die gleiche Reihenfolge galt für die größten Braunkohlenutzerländer.

Der Umfang der Nutzung von Kohle wird jedoch längerfristig auch davon abhängen, in wie weit es gelingt, mit dem damit verbundenen Ausstoß an klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid umzugehen, das bei ihrer Verbrennung freigesetzt wird.

Da Kohle überwiegend für die Stromgewinnung eingesetzt wird und dabei doppelt soviel Kohlenstoffdioxid ausstößt wie Gaskraftwerke, stellt dies vor allem hohe Anforderungen an die Ingenieure, die Wirkungsgrade der fossilen Kraftwerke ständig weiter zu erhöhen. Eine andere Möglichkeit, die gegenwärtig international in breit angelegten Forschungs- und Entwicklungsprogrammen untersucht wird, besteht darin, das Kohlenstoffdioxid im Kraftwerk abzuscheiden bevor es in die Atmosphäre gelangen kann. Danach soll es sicher in geologischen Formationen für alle Zeiten gelagert werden. Hierzu bieten sich alte Gas- oder Öllagerstätten an, und viele Pilotversuche dazu laufen derzeit weltweit.

Während im Jahr 2000 noch 42 Prozent der genutzten Steinkohle für unsere Primärenergieversorgung aus eigener Förderung in Deutschland stammten, ging dieser Anteil nach Angaben des BMWi bis zum Jahr 2015 auf 7,3 Prozent zurück. Anders sieht es bei der Braunkohle aus. Sie stammt praktisch zu 100 Prozent aus heimischem Bergbau.