Das stärkste Magnetfeld der Welt

Labor in den USA rückt nah an 100-Tesla-Marke

Letzte Vorbereitungen
Letzte Vorbereitungen

Los Alamos, USA - Wissenschaftler des National High Magnetic Field Laboratory in Los Alamos haben ein Magnetfeld mit bis jetzt unerreichter Stärke erzeugt. Mit 97,4 Tesla überbieten sie den bisherigen Rekord des Hochfeld-Magnetlabors Dresden (HLD) um mehr als zehn Tesla. Zum Vergleich: Das Erdmagnetfeld besitzt lediglich eine Stärke von 0,0004 Tesla und ein Magnetresonanztomograf aus einem Krankenhaus schafft typischerweise drei Tesla. Die Forscher hoffen nun auf neue Erkenntnisse im Bereich der Materialforschung.

Bei extrem starken Magnetfeldern lassen sich zum Beispiel die fundamentalen Eigenschaften von Metallen und Superleitern sowie Halbleitern und Isolatoren untersuchen. Dabei ist unter anderem das Verhalten der Elektronen in den Materialien von Interesse. Die "Pulsed Field Facility" in Los Alamos möchte Wissenschaftlern zukünftig standardmäßig Magnetfelder einer Stärke von 95 Tesla zur Verfügung stellen.

Am HLD des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf werden ebenfalls Experimente mit hohen Magnetfeldern durchgeführt. Die Wissenschaftler dort halten immer noch den Europarekord von 87,2 Tesla. Sie versuchen zu beantworten, wie genau Materialien auf äußere Magnetfelder reagieren und ob es eventuell neues, unbekanntes Verhalten bei extrem hohen Magnetfeldern gibt. Genaue Informationen zum HLD finden sie in dem Welt-der-Physik-Artikel: "Das Hochfeld-Magnetlabor Dresden", der in der rechten Spalte verlinkt ist.