Europa bezieht mittlerweile 20 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen

EU-Kommission stellt Zahlen für 2009 vor – Ziel sind 35 bis 40 Prozent für 2020

Brüssel (Belgien) - Im Jahr 2009 stammten 608 Terawattstunden und damit knapp 20 Prozent des europaweiten Strombedarfs aus erneuerbaren Energieträgern. Dies ermittelte die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission auf Basis von Daten aus den Mitgliedsstaaten, dem Statistischen Amt der EU sowie der Industrie und Forschung Gegenüber 2005 ist ihr Anteil damit um sechs Prozent gestiegen. Wenn der Ausbau von erneuerbaren Energien sich weiterhin so entwickelt wie bisher, könnte der Anteil bis 2020 einen Wert von 35 bis 40 Prozent erreichen.

Den größten Beitrag leistete im vergangenen Jahr die Wasserkraft mit über 11,5 Prozent, allerdings halten die EU-Experten das Potential hier für weitgehend ausgeschöpft. Außerdem befürchten sie, dass die Ressourcen sogar schrumpfen könnten, wenn extreme Wetterverhältnissen in Zukunft häufiger auftreten und der Wasserbedarf steigt. Einen Ausbau ist dagegen bei Wind- und Sonnenenergie zu erwarten. Photovoltaikanlagen deckten 2009 zwar weniger als ein Prozent des europäischen Strombedarfs, bis 2020 wollen europäische Industrieverbände jedoch 12 Prozent erreichen. Bei Windanlagen, inklusive Offshore, soll der Beitrag von vier auf 20 Prozent steigen.

Eine weitere Energiequelle ist Biomasse mit 3,5 Prozent. Die zukünftige Entwicklung hängt vor allem davon ab, wie die Stromerzeugung aus Biomasse mit der Wärmeerzeugung und der Herstellung von Treibstoffen konkurriert. Die europäische Forschungsstelle räumt der Biomasse jedoch einen hohen Stellenwert für die nötige Speicherung von erneuerbarem Strom ein. Andere Technologien wie Wellenkraftwerke und Strom aus Geothermie wurden im aktuellen Bericht nicht berücksichtigt, da sie sich noch in der Entwicklungsphase befinden.

Um den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung weiter zu erhöhen, müssen aus Sicht der EU-Mitgliedsstaatendiedie die Netzstrukturen verbessert und die nationalen Netze miteinander gekoppelt werden. Damit ließen sich auch Staaten am Rand des Kontinents wie Portugal und Zypern versorgen. Außerdem seien neue Systeme eine Voraussetzung für den Ausbau der Offshore-Windenergie.

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