Zukunfts-Energiepreis von Nobelpreis-Rang: Solaranlagen für Bauern in Bangladesh

Dipal Chandra Barua gewinnt hochdotierten "Zayed Future Energy"-Preis, der auf dem diesjährigen World Future Energy Summit in Abu Dhabi erstmals verliehen wurde

Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) - Zum ersten Mal verlieh gestern das Emirat Abu Dhabi auf dem "World Energy Future Summit 2009" den mit 1,5 Millionen Dollar dotierten "Zayed Future Energy"-Preis. Dipal Chandra Barua aus Bangladesch wurde für seine Initiative "Grameen Shakti" ausgezeichnet, die bereits mehr als 200.000 kleine Solaranlagen für die Stromversorgung von zwei Millionen Bauern in Bangladesch aufgebaut hat. Organisiert von dem staatlichen Energieunternehmen Masdar soll der neu gestiftete Preis von nun an jährlich für bahnbrechende Leistungen auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien verliehen werden. Selbsterklärtes Ziel ist es, dass die "Zayed Future Energy"-Auszeichnung schon bald die Bedeutung eines "Nobelpreis für Energie" erreichen soll.

"Wir werden den Preis mit der bäuerlichen Bevölkerung von Bangladesch teilen", sagte Barua. Nachdem bisher pro Monat etwa 8000 Photovoltaik-Anlagen für die dezentrale Stromversorgung in dem Entwicklungsland installiert werden konnten, will Barua die Zahl nun auf 20.000 Solarkraftwerke pro Monat steigern. Parallel schulte Baruas Initiative Bäuerinnen, um aus den Komponenten für die Solaranlagen selbst einsatzfähige Module zu fertigen. Nach dem Vorbild des Mikrokredit-Systems würden diese dadurch zu selbstständigen Unternehmerinnen, die maßgeblich den Unterhalt für ihre Familien verdienen könnten. Zusätzlich zu den Solaranlagen installierte die Grameen Shakti-Initative über 6.000 Biogasanlagen, um aus den Fäkalien aus Hühnerfarmen genug Gas zum Kochen in den Agrarregionen von Bangladesch zu erzeugen.

Leicht war die Arbeit der Jury unter der Leistung des IPCC-Vorsitzenden Rajandra K. Pauchauri nicht, da neben der Bedeutung der Leistungen selbst auch das klima- und energiefreundliche persönliche Verhalten der Kandidaten eine Rolle spielte. Aus den zahlreichen Nominierten zeichnete die Jury zusätzlich den Photovoltaik-Forscher Martin Green von der australischen New South Wales University in Sydney für seine Entwicklungen auf dem Gebiet der Solarzellen mit einem Preisgeld von 350.000 Dollar aus. "Ich bin zuversichtlich, dass der Preis die Entwicklung von marktreifen Photovoltaik-Modulen der dritten Generation beschleunigen wird", sagte Green.

"Unser Ziel ist die Etablierung eines ´Nobelpreises für Energie`", sagte Paushauri. Ob dies trotz der enormen Aufwands für die Preisverleihung gelingen wird, ist allerdings nicht sicher. Denn im Unterschied zu den renommierten Nobelpreisen sind in der Zayed-Preis-Jury zwar Politiker (Präsident von Island), Architekten (Sir Norman Foster), und selbsternannte Zukunftsforscher (Jeremy Rifkin), aber neben Paushauri selbst keine weiteren Wissenschaftler vertreten. Diese Auswahl der Initatoren mag dem Prestige dieses Preises auf dem ersten Blick zuträglich sein, kann aber nicht unbedingt als Garant für die fachlich fundierte Beurteilung technologischer Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energien gelten.