Roboterfisch schwimmt wie eine Forelle

Nur ein einziger Motor lässt den flexiblen Gummikörper schwingen und treibt ihn per Flossenantrieb elegant durchs Wasser

MIT
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Cambridge (USA) - Ganze Schwärme kleiner Roboterfische - ausgestattet mit Schadstoffsensoren - könnten in Zukunft auf Patrouille in Flüssen, Seen und Hafenbecken gehen. Wendig und schnell werden sie nicht mit einem Propeller, sondern wie ein echter Fisch durch die Schwingungen des gesamten Körpers angetrieben. Einen ersten Prototyp mit Flossenantrieb entwickelten Roboterforscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT)

"Einfach und robust aufgebaut wären diese Roboterfische ideal für lange Überwachungsfahrten", sagt Valdivia Alvarado, die diese autonomen Schwimmer am MIT im Rahmen ihrer Doktorarbeit konzipierte. Anders als Vorgängermodelle besteht der etwa 20 Zentimeter lange Roboterfisch aus einer durchgehenden Gummihülle. In seinem Innern versetzt ein einziger Elektromotor den ganzen "Fischkörper" in Schwingung. Durch eine geeignete Wahl der Kunststoffwerkstoffe entsteht im Flossenbereich die größte Auslenkung und treibt so den gesamten Roboter mit etwa zwölf Metern pro Minute durchs Wasser.

Heute wird der Roboter noch über ein Kabel mit Strom versorgt, doch eine Batterie betriebene Version in bereits in Arbeit und soll über viele Stunden die nötigen drei bis fünf Watt Leistung liefern. Zugleich verfeinern Alvarado und Kollegen die Steuerung, die wie bei einer Forelle über unterschiedlich stärke Beugungen des flexiblen Körpers kontrolliert werden kann. Das Interesse an autonom schwimmenden Wassersonden ist auch in der Industrie groß. So fördert das Explorations-Unternehmen Schlumberger die MIT-Entwicklungen, um mit solchen Robotern den Zustand von Pipelines kontrollieren zu können.