Gefälschter Whisky verrät sich im Breitbandsignal

Jeder Hochprozentige besitzt seinen eigenen "Fingerabdruck", so dass ein breites Absorptionsspektrum Fälschungen, aber auch unterschiedliche Sorten und Abweichungen in der Produktion erkennen lässt

Liverpool (Großbritannien) - Teure geistige Getränke wie alter Whisky oder Likör locken Fälscher und Panscher auf den Markt. Doch eine bewährte Methode - bisher zur Kontrolle von Treibstoff oder biologischen Flüssigkeiten eingesetzt - lässt solche alkoholischen Manipulationen auffliegen: Im Breitbandspektrum des Getränkes mit überlappenden Filtern zeigt sich klar seine detaillierte Zusammensetzung. Jeder Whisky hat seinen einzigartigen "Fingerabdruck", so die britischen Forscher.

"Ein wichtiger Vorteil dieser Methode ist, dass solche Systeme mit überlappenden Detektorergebnissen einfach, effizient und ökonomisch zwischen einer großen Zahl verteilter Spektren unterscheiden können", erklärt Anthony Deakin vom Centre for Intelligent Monitoring Systems der University of Liverpool gegenüber dem Branchendienst Optics. Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz der chromatografischen Analyse ist die Auswahl der passenden überlappenden Filter. Nach dem Bestrahlen der Probe mit breitbandigem Licht werden die Absorptionsspektren ausgewertet, da die in der Probe enthaltenen Substanzen energetisch passende Lichtquanten, also Photonen, aufnehmen. Entsprechend fehlen im späteren Spektrum genau diese absorbierten Wellenlängen. Der Einsatz passender Filter optimiert die Analyse, so Deakin: "Für die aktuelle Studie wurden die Ergebnisse der drei überlappenden Filter angepasst, um die Unterscheidung zwischen den Alkoholika zu maximieren".

Das Team analysierte zunächst eine Reihe schon früher veröffentlichter Spektren von alkoholischen Getränken, um die Fähigkeiten ihrer chromatografischen Technik aufzuzeigen. Dann untersuchten sie neue Spektren von 13 Proben schottischen Whiskys. In der mathematischen Verarbeitung ergaben sich aus den Spektren drei chromatische Parameter, die quasi die Signatur jedes Spektrums darstellen konnten: die dominante Wellenlänge H, die nominelle Signalstärke L und die effektive Spektralbreite des Signals S. Damit ließen sich die 13 Whisky-Proben eindeutig unterscheiden, vor allem durch das Werteverhältnis von dominanter Wellenlänge zu effektiver Spektralbreite (H-S) im Differenzspektrum und zur Signalstärke (H-L) im normalisierten Rohspektrum. Die so genannte Kreuzkorrelation der drei Werte ermöglicht eine sicherere Analyse, ohne sich allein auf die - gelegentlich fehleranfällige - absolute Spektrenintensität verlassen zu müssen. Die Daten ließen durch ähnliche Spektren auch erkennen, welche Whiskymarken zueinander gehörten.

Deakins Team setzte für seine Studie typische Laborinstrumente ein. Allerdings dürfte auch ein tragbares System seine Einsatzgebiete finden, so dass die Forscher bereits einen Prototyp zusammenstellten und testeten: Ein Analysesystem mit Laptop als Herzstück, der seine eigene kontrollierte Beleuchtungsquelle liefert und per Webcam direkt die chromatischen Signaturen produziert.