Fingerabdruck in 3D

Optisches System soll Aufzeichnen der Hautstruktur bei höherer Genauigkeit beschleunigen

Richardson (USA) - Wer in die USA einreisen will, muss sich in der Regel seine Fingerabdrücke bei der Grenzkontrolle abnehmen lassen. Bisher zeichnen die optischen Systeme feinen Strukturen in zwei Dimensionen auf. Noch genauer und zugleich schneller soll nun eine Spezialkamera alle Riefen der Fingerkuppe in allen drei Raumdimensionen erkennen und speichern, berichtet die amerikanische Zeitschrift "Technology Review".

"Der Zöllner hat gerade mal 32 Sekunden Zeit pro Einreisenden. Daher müssen sie die Fingerabdrücke schnell aufzeichnen", sagt Mike Troy von dem Unternehmen FlashScan3D, die das an der University of Kentucky entwickelte 3D-System bis zur Marktreife treiben will. Im Prinzip können ohne direkten Kontakt alle zehn Finger in wenigen Sekunden detailgenau gescant werden. Dazu projizierten die Entwickler um Yongchang Wang eine Serie parallel verlaufender Linien auf die Fingerkuppe. Diese werden durch die feinen Strukturen leicht verformt. Eine einfache Digitalkamera fotografiert nun mit einer Auflösung von etwa 350 Bildpunkten pro Zentimeter diese deformierten Linien. Im Computer analysiert, ergibt sich ein dreidimensionales Abbild des Fingerabdrucks mit allen Erhebungen und Tälern.

Nicht nur eine schnellere Abfertigung bei der Einreise, auch weniger Fehler bei der Identifikation von Personen halten die Forscher mit ihrer 3D-Methode für möglich. Um mit den klassischen Datenbanken aus flachen, zweidimensionalen Fingerabdrücken verglichen zu werden, müsste das 3D-Bild jedoch umgerechnet werden. Doch auch das sei nach Aussage von Wang mittlerweile möglich. Derzeit testet das amerikanische Institut für Normung (NIST) die 3D-Fingerabdruck-Technologien auf seine Einsatztauglichkeit.