Weltweit erste Video-Übertragung mit Terahertz-Wellen

An der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig wurde weltweit erstmals erfolgreich ein Videosignal mit Terahertz-Wellen übertragen.

Sender und Empfänger des Terahertz-Versuchsaufbaus
Sender und Empfänger des Terahertz-Versuchsaufbaus

Braunschweig - Die weltweiten Datenautoabahnen werden immer voller - kein Wunder, dass drahtlose Übertragungswege immer attraktiver werden. Doch die gegenwärtigen Systeme wie WLAN oder Bluetooth haben ihre Grenzen: Sie übertragen die Daten mit Taktraten von maximal einigen Gigahertz (einer Milliarde Schwingungen pro Sekunde). Will man die übertragene Datenmenge steigern, müssen die Taktraten noch schneller werden. So rückt der Bereich der Terahertzwellen (1000 Milliarden Schwingungen pro Sekunde) ins Visier - zumindest für kurze Reichweiten wie beispielsweise innerhalb von Räumen. Doch bislang ist es hier äußerst schwierig, genügend Sendeleistung zu erzeugen und zu übertragen. Das könnte sich jetzt ändern. Ingenieure und Physiker des Terahertz Communications Lab in Braunschweig, einer Kooperation der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) und der Technischen Universität Braunschweig, haben jetzt weltweit erstmals erfolgreich ein Videosignal bei einer Frequenz von 300 GHz über 22 Meter hinweg übertragen und so gezeigt, dass die Übertragung von Nutzdaten mit Terahertzwellen möglich ist.

Das erste übertragene Videosignal war ein Analogsignal. "Ab Mai werden wir auch digitale Daten mit etwa einem Gigabit pro Sekunde übertragen können", so Thomas Kleine-Ostmann von der PTB. Damit könnten dann HD-Videos und ähnliche Medien mit großen Datenraten transportiert werden.

Die Terahertz-Strahlung ist nicht ionisierend, d.h., dass gesundheitliche Beeinträchtigung unwahrscheinlich sind. Kleine-Ostmann: "Solange die thermischen Grenzwerte eingehalten werden, ist das ungefährlich. Unser Aufbau hatte eine Sendeleistung von 50 Mikrowatt." Bis zum Frühjahr 2011 soll eine Studie der PTB im Aufrag des Bundesamtes für Strahlenschutz untersuchen, ob durch Terahertz-Strahlung genetische Schäden entstehen können.