Strom über die Luft

Handy und Laptop ohne Kabel aufladen

Cambridge (USA) - So nützlich Handy und Laptop sind, müssen sie nach wenigen Tagen oder gar Stunden aufgeladen werden. Doch bald könnte sich das Einstöpseln des Ladegeräts erübrigen. Amerikanische Wissenschaftler haben nun die Grundlage für eine Stromversorgung ohne Kabel nur über die Luft gelegt. Wie sie in der Zeitschrift "Science" berichten, erreichten sie mit resonanten Magnetfelder eine relativ hohe Übertragungseffizienz von bis zu 15 Prozent.

"Wenn sich ein Laptop in einem Raum mit dieser kabellosen Stromquelle befindet, könnte es sich automatisch ohne Stecker aufladen", sagt Peter Fisher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Für diesen Stromtransport setzen die MIT-Forscher auf Magnetfelder. Über diese nicht-strahlenden Energiefelder kann Strom von einer Kupferspule auf eine zweite, entfernte Spule übertragen werden. Die Bedingung: Spulen und Felder müssen bestimmte Resonanz-Voraussetzungen erfüllen. Im Labor klappte das bereits mit einer 60-Watt-Glühlampe, die aus zwei Meter Entfernung ohne Kabel mit Strom versorgt und zum Leuchten gebracht werden konnte.

Das gleiche Prinzip der Übertragung von elektromagnetischen Wellen und magnetischer Induktion kommt seit Jahrzehnten in Transformatoren zum Einsatz. Mit zwei Spulen, die nicht im direkten Kontakt zueinander stehen, kann eine höhere Spannung auf eine niedrigere transformiert werden. Der Abstand der Spulen ist dabei allerdings sehr klein.

Ganz neu ist die Idee zur kabellosen Stromübertragung aber nicht. Parallel zu den MIT-Forschern nutzten kanadische Wissenschaftler erfolgreich Radiowellen. Doch die Effizienz liegt unter den 15 Prozent, die über die Resonanz der Magnetfelder erreicht werden konnte. Zudem stören Objekte, die zwischen Sender und Empfänger stehen, den Stromtransport nicht.

Bis zu Stromräumen, in denen sich Laptops und Handys selbstständig aufladen, könnten aber noch einige Jahre vergehen. Denn bisher sind die Strom empfangenden Spulen noch zu groß, um in ein mobiles Gerät eingebaut zu werden. Aber Fisher und Kollegen sind sehr optimistisch, diese Hürde mit einem verbesserten Aufbau bald überwinden zu können.