Membran filtert CO2 aus Abgasgemischen

Eine Kunststoffmembran mit Nanostruktur hält Kohlendioxid zurück, während andere Gase passieren dürfen: Nach dem Vorbild der Lunge verspricht die neuartige Membran aus Norwegen kostengünstiges, chemiefreies Filtern von Abgasen.

Trondheim (Norwegen) - Bislang war das CO2 nur mit teuren und umständlichen Methoden aus einem Gasgemisch zu trennen. Die Membran ist sogar umso effektiver, je höher der Kohlendioxid-Anteil im Gemisch ist. Damit eignet sie sich besonders gut für Kohlekraftwerke. In den kommenden fünf Jahren soll sie in großen Kraftwerken Europas getestet werden, so die Forschergruppe Memfo an der Norwegischen Universität für Technik und Naturwissenschaften (NTNU).

Rund ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen stammen aus der Energieproduktion. "Abgasfreie" Kraftwerke sollen das Klimaschadgas abfangen und unterirdisch speichern. Der neue Filter eignet sich aber auch für andere Filter-Fälle, so seine Entwickler, etwa für Kliniken, wo Lachgas von CO2 gereinigt werden muss. Ein internationales Patent ist beantragt, verschiedene Hersteller in Europa und den USA haben bereits Interesse angemeldet.