Billiger Massenspeicher: Neues Magnetband speichert ein Gigabit pro Quadratzentimeter

Kleine Datenkarten für Digitalkameras haben die Gigabyte-Hürde genommen, schnell rotierende Festplatten merken sich mehr als das Hundertfache. Doch viel günstigere Massenspeicher für voluminöse Datenbanken bieten immer noch Magnetbänder.

San Jose (USA)/Jülich - Amerikanische Wissenschaftler erreichten nun für diese Bandspeichersysteme einen neuen Dichterekord von knapp einem Gigabyte pro Quadratzoll. Schon in fünf Jahren sollen so Bandkassetten mit 8000 Gigabyte Speichervolumen das Überleben dieser vermeintlich antiquierten Technologie gewährleisten.

"Höhere Datendichte und Kassettenkapazität bewirken, dass das Magnetband die kosteneffektivste Form der Datenspeicherung bleibt", sagt Cindy Grossmann vom Elektronikkonzern IBM. Der Speicherrekord mit exakt 6,67 Gigabyte pro Quadratzoll konnte von Forschern am IBM Almaden Research Center in San Jose aufgestellt werden. In Kooperation mit der japanischen Fuji Photo Film, Co Ltd, nutzten sie ein zweifach-beschichtetes Magnetband. Dieses besteht aus einem Barium-Ferrit-Magnetmedium, das hochdichte Datenaufzeichung ermöglicht, ohne teure Metallbeschichtungen aufdampfen zu müssen. Parallel erhöhten die Forscher die Empfindlichkeit der Schreib- und Leseköpfe, die den 1988 am Forschungszentrum Jülich von Peter Grünberg entdeckten Riesenmagnetowiderstand (englisch: Giant Magnetoresistance - GMR) ausnutzen.

Nur halb so groß wie eine VHS-Videokassette, sollen die neuen Cartridges die Kapazität heutiger Magnetbandspeicher um das Zwanzigfache erhöhen können. Jede Einheit kann sich dann etwa acht Terabyte, das entspricht der Textmenge in acht Millionen Büchern, merken. Ein entsprechendes Bücherregal hätte eine Länge von über hundert Kilometern. Nachteil der Magnetbandspeicher ist allerdings die träge Zugriffszeit. Daher sind ihre Anwendungen auf Archive und Back-Up-Systeme beschränkt, deren Daten nicht allzu häufig abgefragt werden müssen. Da diese Magnetbänder aber bis zu zehnmal günstiger zu produzieren sind als Festplatten mit der gleichen Speicherkapazität, werden sie wahrscheinlich diesen Nischenmarkt noch Jahre bestimmen.

Quelle:

Kontakt: Pressekontakt: Hans-Jürgen Rehm, E-Mail: hansrehm@de.ibm.com

Links: IBM Almaden Research Center, San Jose: www.almaden.ibm.com/almaden/

GMR-Effekt, Peter Grünberg, FZ Jülich: www.fz-juelich.de/portal/index.php